9. September 2015

Deathgasm

© Metalheads

Regie: Jason Lei Howden
Land / Jahr: Neuseeland 2015












Nachdem seine Mutter in die Psychiatrie eingeliefert wurde, kommt der Black-Metal-Fan Brodie (Milo Cawthorne) bei Onkel und Tante unter. Völlig unabsichtlich beschwört er bei einer Bandprobe blutrünstige Dämonen. Fortan bleibt ihm und seiner Band nur eine Möglichkeit, um dem Treiben ein Ende zu setzen: Sie müssen die Besessenen eigenhändig zur Strecke bringen.
Eigentlich sollte der mit einem extrem schmalen Budget von nur 120.000 Euro realisierte Film "Goregasm" heißen, da hätte das Wortspiel noch besser funktioniert. Da gab es aber rechtliche Probleme: Es gebe schon eine Metalband mit eben diesem Namen, erzählt der neuseeländische Regisseur Jason Lei Howden bei der Deutschland-Premiere auf dem Fantasy Filmfest.
Jason Lei Howdens Film hat einen autobiografischen Charakter, schließlich wurde er genauso wegen seiner zur Schulzeit langen Haare und der Metalkutte mit den Band-Aufnähern gehänselt wie seine Figuren. Das kommt verdammt witzig rüber, denn Howdens Regie ist gleichzeitig eine Liebeserklärung an Heavy Metal, nimmt sich aber selbst niemals ernst.
Seine Figuren sind echte Menschen mit vielleicht nicht ganz gewöhnlichem Musikgeschmack. Sie sind aber nicht bedrohlich, sondern ziemlich liebenswert. Die zahlreichen Missgeschicke, die ihnen passieren sind lustig. Der Metalstreifen hat eine unerwartet heitere Stimmung und beweist einen guten Humor.
Weniger unerwartet sind die drastischen Gewaltszenen, die an Howdens Lehrmeister erinnern: Peter Jackson. Körperteile fliegen durch die Luft, das Blut wird eimerweise auf die Leinwand geschüttet und das alles nicht mit der Unterstützung qualitativ minderwertig wirkender CGI. Die Splatterszenen sind in Handarbeit entstanden.
Mag "Deathgasm" auch noch so unterhaltsam sein, die Grundhandlung ist doch sehr absehbar. Jason Lei Howden hat sensationell ökonomisch gearbeitet: Sein unfassbar mikriges Budget sieht man dem Film in keiner Sekunde an. Howden hat es einfach geschafft genau an den richtigen Stellen zu sparen. Schon allein weil Filme mit Metal-Thematik so selten sind, ist "Deathgasm" einen Blick wert. Schön, dass der Film dann (abseits der mageren Handlung) auch noch was taugt.

Fazit: 60 %

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