14. September 2015

Fack ju Göhte 2

© Constantin

Regie: Bora Dagtekin
Land / Jahr: Deutschland 2015












Auf Klassenfahrt in Thailand soll Proll-Lehrer Zeki Müller (Elyas M'Barek) das Image der Goethe-Gesamtschule verbessern und das humanistische Schiller-Gymnasium vom Thron stoßen. Dass Zeki nicht nur Augen für seine Schüler, sondern auch für ein Säckchen verlorener Edelsteine hat, ahnt erstmal niemand.
Der im November 2013 gestartete Paukerfilm "Fack ju Göhte" ließ Mammutwerke wie "Der Hobbit - Smaugs Einöde" oder "Die Tribute von Panem - Catching Fire" hinter sich an den Kinokassen und lockte mehr als 7,3 Millionen Zuschauer in die deutschen Kinos. Kein Wunder also, dass Teil 2 so schnell wie möglich hinterhergeschoben werden musste.
Diese Eile merkt man dem Drehbuch deutlich an. Regisseur Bora Dagtekin hat eine klischeehafte und absehbare Story zusammengeschustert, deren Wendungen an den Haaren herbeigezogen sind. Dagtekin verfällt dabei zurück in die Marotten seines Erstlings "Türkisch für Anfänger", bei dem er sich die Logik auch immer wieder so zurechtbog wie er sie brauchte. Das war beim Göhte-Erstling noch nicht der Fall; da wurde immerhin versucht die Wendungen logisch zu untermauern.
Stark ist der Film aber wieder in seinen Gags, die tatsächlich nur minimal hinter dem ersten Teil zurückstecken müssen. Wie im Vorgänger, so ist auch Teil 2 besonders in seinen Dialogen verdammt komisch und hat einige dicke Lacher parat. Die Situationskomik hingegen ist wieder schwach, weil bis ins Absurde überzeichnet. Vor allem der Grund, wie die Edelsteine auf den Grund des Sees gelangen (und wieder geborgen werden), ist inakzeptabel albern.
Glücklicherweise hat Dagtekin aber verstanden, auf wessen Kosten er die größten Lacher im Erstling hatte: Dummerchen "Schantall" war der Liebling der Zuschauer - ganz einfach weil sie unter den vielen Idioten sogar noch die Dümmste ist. Genau da macht Dagtekin weiter: Chantal (Jella Haase) hat eine sogar noch vergrößerte Screentime und verbucht locker 50 Prozent aller Gags.
Inhaltlich ist "Fack ju Göhte 2" ein großer Schritt zurück geworden. Dagtekin hat all seine Energie in die Gags gesteckt. Glücklicherweise zünden die mitunter sogar bestens und sind in Hülle und Fülle vorhanden. Erstaunlich ist, dass Karoline Herfurths Rolle der verklemmten Lisi Schnabelstedt so klein ausgefallen ist - zu Gunsten von der jungen Lady mit dem blauen Lidschatten. Dass ein dritter Teil folgen wird, ist klar. Wenn Dagtekin aber nicht ein bisschen mehr Cleverness in die Geschichte steckt, dann könnte dieser Klassenstreber aber schon im dritten Schuljahr sitzen bleiben.

Fazit: 50 %

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