30. September 2015

Redirected

© Filmconfect

Regie: Emilis Velyvis
Land / Jahr: Litauen, Großbritannien 2014












Vier Freunde schmieden einen ganz einfachen Plan, um an richtig viel Geld zu kommen: Sie berauben den gnadenlos rachsüchtigen Gangster Golden Pole (Vinnie Jones) und verziehen sich dann nach Malaysia. Dumm nur, dass gerade der Punkt mit der Asienflucht misslingt und die Kumpels im osteuropäischen Litauen stranden.
Nach den ersten paar tausend Stimmen stand dieses obskure litauische Filmchen bei einem Imdb-Score von 9,1, das zog natürlich einiges an Interesse mit sich. Doch desto mehr Leute diese Gangster-Komödie sahen, desto weiter ging der Durchschnittswert nach unten und so langsam scheint sich die Wahrheit herauszukristallisieren: "Redirected" - oder "What the Fuck heißt REDIRECTED", unter dem Titel er auch in Deutschland erschien - ist ein gerade so durchschnittlicher Abklatsch von Guy-Ritchie-Filmen wie "Snatch" oder "Bube, Dame, König, GrAS".
Die Formel ist einfach: Einfache Gangster-Geschichte garniert mit nicht ganz so einfachen Figuren, die allesamt ziemlich durchgeknallt sind, dazu ein paar Waffen und am besten noch eine Portion echtes Großbritannien - hier in Form von Vinnie Jones als Bösewicht - und schon hat man seinen eigenen Pseudo-Kultfilm. Das Problem ist lediglich, dass eine wenig gelungene Geschichte nur dürftig mit netten Figuren kaschiert werden kann.
Am nettesten ist da wahrscheinlich dieser Vinnie Jones. Fußballfans besser bekannt als Vinnie "Die Axt" Jones, hat dieser freundliche Zeitgenosse doch einige Rekorde bezüglich Foulspielens aufgestellt. "Die Axt" muss hier kaum spielen; "Die Axt" ist hier in ihrem Element, denn es gibt ordentlich auf die Fresse. Wenn es aber mal richtig übel wird, dann blendet Velyvis doch lieber ab und entscheidet sich stubenrein zu bleiben. Da ist die echte Axt auf dem Spielfeld doch hin und wieder mal einen Schritt weiter gegangen.
"Redirected" ist leider nicht interessant oder spannend genug, um toll zu sein. Regisseur Emilis Velyvis hätte sich vielleicht doch auch ein wenig um seine Handlung kümmern sollen, anstatt nur zu versuchen möglichst viele absurde Situationen aneinander zu reihen. In einer Beziehung ist dieser Film aber doch etwas Besonderes: Ein erstes Lebenszeichen von Litauens Filmwelt - und mitten drin Vinnie Jones.

Fazit: 55 %

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