8. September 2015

Samurai, Der

© Edition Salzgeber

Regie: Till Kleinert
Land / Jahr: Deutschland 2014












Während seiner Nachtschicht trifft Polizist Jakob (Michel Diercks) auf einen mysteriösen Mann in einem Frauenkleid (Pit Bukowski). Dieser macht mit einem Samuraischwert die Gegend unsicher und schreckt neben Sachbeschädigung auch nicht vor blutigen Morden zurück. Jakob versucht den Samurai auf eigene Faust aufzuhalten.
Eine Mischung aus Thriller und Horror in ein deutsches Dorf zu bringen ist ein interessanter und sehr mutiger Versuch, schließlich funktionieren Genre-Filme aus Deutschland nur ganz ganz selten. Deutschland und die fantastischen Spielarten des Filmes passen einfach nicht zusammen; Till Kleinert versucht das mit "Der Samurai" zu ändern.
Aber Kleinert scheitert auf ganzer Linie. Zuerst ist da der unsichere, schüchterne Polizist Jakob, der im Laufe des Filmes eine Art Zuneigung durch ein emotionales, homosexuelles Band zu dem Samurai-Killer entwickelt. Der Samurai selbst wirkt wie die billige Trash-Kopie von Quentin Tarantinos Braut aus "Kill Bill". Jedoch ohne jeglichen Charme und mit einem zwanghaften Drang, anders zu sein. Die Figuren verhalten sich viel zu oft absurd und unlogisch.
Im Laufe des bis zum Abspann gerade einmal 70 Minuten langen Mix aus Horror, Action, Thriller und Drama hat Jakob eine Vielzahl an Möglichkeiten den Transen-Samurai festzunehmen. Doch es sind immer Momente von einem unvergleichlichen Dilettantismus, die immer wieder dazu führen, dass der Samurai flüchten kann. Etwa alle zehn Minuten kommt es zu solch einer Szene, was extrem frustrierend für den Zuschauer ist. Immer wieder denkt man: Das könnte ich besser.
Und dann sind da noch die pseudo-philosophischen Dialoge, mit denen Regisseur Till Kleinert einfach gestrickte Zuschauer hinters Licht zu führen versucht. Kleinert versucht seinen Film mit religiösen und philosophischen Symbolen aufzuladen, um ihm so eine gewisse Qualität zu verleihen. Aber wie so oft, wenn es jemand nur darauf anlegt Kult zu erschaffen, wird echter und unfreiwilliger Trash daraus.
"Der Samurai" ist ein weiterer Beweis dafür, dass gute Genre-Filme aus Deutschland regelrecht Raritäten sind. Einzig positiver Aspekt in diesem ärgerlichen und sich im Kreis drehenden Genre-Mix ist die atmosphärische Beleuchtung des Kameramannes Martin Hanslmayr, die mit ihren stechenden Rottönen stellenweise an Horror-Klassiker wie "Suspiria" erinnert. Ansonsten ist "Der Samurai" aber lediglich ein kläglicher Versuch eines deutschen Regisseurs, der seine Inspirationsquellen nicht verstanden hat.

Fazit: 25 %

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen