15. September 2015

San Andreas

© Warner

Regie: Brad Peyton
Land / Jahr: USA, Australien, Kanada 2015












Kalifornien wird von einem gigantischen Monster-Erdbeben heimgesucht und mitten im Auge des Schüttelns: die hübsche Blake (Alexandra Daddario). Ihre einzige Hoffnung zu überleben ist ihr Vater Ray (Dwayne "The Rock" Johnson), der im Rettungshubschrauber schon einige brenzlige Situationen gemeistert und Menschenleben gerettet hat.
Katastrophenfilme haben es in diesem Jahrtausend bislang nicht leicht. Denn kein Regisseur, der sich ihrer annimmt, versucht ernsthaft einen intelligenten und spannenden Film zu drehen - es geht immer nur um maximale CGI-Ausnutzung und möglichst große Kollateralschäden. Und ein Film mit Dwayne Johnson (der aus Seriösitätsgründen nicht mehr "The Rock" genannt werden will) ist da mit Sicherheit keine Ausnahme.
Der Schwachsinn ist zwar nicht ganz so extrem wie in Roland Emmerichs Film-Katastrophe "2012", die nur auf hohlste Action aus war - aber "San Andreas" verliert den Dummheits-Vergleich nur denkbar knapp. Regisseur Brad Peyton liefert mehr als nur eine Handvoll an Peinlichkeiten ab. Spektakulärer Höhepunkt ist die pathetisch-patrotisch wehende Fahne der Vereinigten Staaten am Ende des Filmes. Man stelle sich den Aufschrei vor, so etwas würde in einem deutschen Film gezeigt werden: eine wehende Deutschlandfahne. Bei US-Filmen juckt das aber keinen, zu sehr sind die Zuschauer an solchen Blödsinn gewöhnt.
Alles war ein 08/15-Klischeefilm braucht, wird in "San Andreas" geboten: Absurde Actionszenen für Kinder und Jugendliche, dümmliche Dialoge, essentielle Nebenhandlungsstränge wie eine unglaubwürdige Romanze und einen Bösewicht muss es natürlich auch geben. Ja einen Bösewicht - in einem Erdbeben-Film! Gut, dass der neue Lover (Ioan Gruffudd) von Rays Ex-Frau so ein kaltherziges Arschloch ist: Bösewicht erfolgreich gefunden.
Dass dabei keine Spannung entsteht, ist klar. Wie auch, ist doch alles absehbar und nicht mit inhaltlich gelungenen Wendungen versehen. Wer hier noch denkt, dass eine der Hauptfiguren den Film nichtüberleben könnte, hat Null Prozent Ahnung von Hollywood-Dramaturgie. "San Andreas" ist einfach höhepunkt- und hirnfrei.
Wie nach einer Anleitung, aber wenigstens technisch sauber inszeniert und ordentlich fotografiert, ist "San Andreas" genauso schlecht, wie es sein Hauptdarsteller vermuten lässt. Dwayne Johnson beweist mit diesem No-Brainer einmal mehr, dass er in Wirklichkeit immer noch "The Rock" geblieben ist. Diese Film-Katastrophe ist einer der Dumbbuster von 2015.

Fazit: 35 %

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