20. September 2015

Tusk

© Sony

Regie: Kevin Smith
Land / Jahr: USA 2014












Wallace Bryton (Justin Long) fliegt nach Kanada, um für seinen Blog einen Podcast mit dem trotteligen "Kill Bill Kid" zu führen. Doch der Termin geht schief und Wallace strandet in Manitoba. Da bietet sich ein Gespräch mit dem Abenteurer Howard Howe (Michael Parks) an, der in einer Villa mitten im Wald wohnt. Was Wallace nicht ahnt: Howard möchte aus ihm ein Walross machen . . .
"Tusk" bietet eine extrem kranke Geschichte, die direkt zu dem irren Hirn von Kevin Smith passt. Der Comic-Freak ist ein Medien-Allrounder und spielt nicht nur den stummen Silent Bob in seiner eigenen Film-Serie ("Clerks"), sondern trat auch schon in "Stirb langsam 4.0" als Super-Nerd auf. Und genau das ist Smith auch: Ein Super-Nerd.
Auch seine Figuren sind kein Stück anders. Wallace macht eine Nerd-Website mit seinem Nerd-Kumpel, der von Haley Joel Osment gespielt wird - ja der kleine Junge aus "The sixth Sense" ist ziemlich fett geworden. Daneben gibt es den abgefuckten Fetisch-Doktor-Mengele Howe, der von Tarantino-Darsteller Michael Parks gespielt wird sowie Johnny Depp in einer Rolle als kanadischer Detektiv. Den Superstar erkennt man gar nicht, wenn man nicht genau weiß, dass es Depp ist.
Und genau der ist der größte Schwachpunkt in diesem eigensinnigen Horrorfilm, der von seiner Grundstruktur an Alfred Hitchcocks "Psycho" erinnert: Es gibt eine Haupthandlung mit einem "Helden", der schnell außer Gefecht ist und eine Suche von dessen Freundin mit Unterstützung von dem nervigen und albernen Privatdetektiv Guy Lapointe, der den Film nicht zu einer Horror-Komödie, sondern zu dümmlichem Horror-Klamauk reduziert. Wenigstens ist er nur in dem letzten Viertel zu sehen.
Am gelungensten ist da doch die Haupthandlung mit Wallace, die den größten Horror-Faktor hat. Und die nach gewissen Operationen ganz schön verstörend daherkommt. Denn die Verwandlung in das Walross nimmt der verrückte Howe ziemlich wörtlich und dafür muss er auch das Messer sprechen lassen. Am Ende bleibt von Wallace nur noch das widerlich zusammengeschusterte Walross übrig.
Die Horrorelemente von "Tusk" sind gut, die Comedy-Szenen haben Höhen, aber auch richige üble Tiefen. Die Show "Notsee-Party" (ausgesprochen "Nazi-Party") ist aber einer der witzigen Einfälle, ebenso wie die Momente, in denen sich die Kanadier über die Amis aufregen - und dabei natürlich jedes Klischees abarbeiten. Was allerdings gar nicht funktioniert ist der Klamauk-Detektiv Guy Lapointe, der eine ganz billige Karikatur eines Kanadiers sein soll.

Fazit: 55 %

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