14. Oktober 2015

Cop Car

© Audax Films

Regie: Jon Watts
Land / Jahr: USA 2015












Die beiden Jungs Travis (James Freedson-Jackson) und Harrison (Hays Wellford) freuen sich wie irre, als sie mitten im Nirgendwo ein verlassenes Polizeiauto sehen. Sie fassen sich ein Herz und drehen ein Ründchen mit dem Einsatzwagen. Was sie aber nicht wissen: Sheriff Kretzer (Kevin Bacon) hat eine Geisel im Kofferraum versteckt und die will er wiederhaben ...
Ah, welch ein schöner Jungentraum. Da steht ein unverschlossenes Polizeiauto herrenlos herum und Travis und Harrison probieren sich an dem Wagen aus. Richtig gefährlich wird es erst, als die beiden Jungen entscheiden, eine Runde auf dem Highway zu drehen. Sie fahren zwar nur mit einer Geschwindigkeit von 30 Meilen pro Stunde, aber auf der falschen Straßenseite und den blutenden, rachsüchtigen Mann im Kofferraum haben sie zu dem Zeitpunkt noch gar nicht entdeckt.
Es macht schon Spaß den Zwölfjährigen bei ihrer Entdeckungstour zuzusehen, da merkt man gar nicht, dass bereits 30 Minuten vorbei sind, bis die Story wortwörtlich in Fahrt kommt. Ein Drittel des Filmes wird quasi nur mit den Auto-Experimenten der Kinder verbracht.
Ihnen auf der Spur ist der Killer-Cop Kretzer, der mit einer Mischung aus Verzweiflung und Kaltblütigkeit Jagd auf die beiden jungen Autodiebe macht. Und zwar nicht im hirnlosen Verfolgungsjagd-Modus alá "Fast & Furious", sondern mit Cleverness: Kretzer versucht sowohl Travis und Harrison als auch seine Polizeikollegen auszutricksen.
Das ist noch alles ganz nett, aber der übliche Hollywood-Showdown, wenn mal wieder alle die Knarren ziehen, muss im Finale dann doch noch sein. "Cop Car" versucht zwar anders zu sein, schafft es dann aber doch nicht, das Spektakel zu Gunsten der Handlung zu unterdrücken. Das ist schade, wäre doch mehr drin gewesen.
Die einfache, sehr gradlinige, aber größtenteils nachvollziehbare Geschichte braucht lange, um sich zu entfalten. Aber irgendwie entdeckt man doch das Kind in sich zurück, wenn man den kleinen Strolchen beim Autoklau zusieht. Größter Pluspunkt sind die guten Darstellerleistungen in diesem Low-Budget-Film: Die beiden Jungdarsteller können mit dem teuflischen Kevin Bacon gut mithalten. Ein schöner Zweikampf: Killer gegen Kinder.

Fazit: 50 %

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