27. Oktober 2015

Everest

© Universal

Regie: Baltasar Kormákur
Land / Jahr: USA, Großbritannien, Island 2015












Mount Everest, 1996: Rob Hall (Jason Clarke) ist ein Spezialist darin, Touristen auf den höchsten Berg der Erde zu führen. Als das Wetter günstig scheint, macht er sich wieder mit einer Gruppe auf zum Gipfel. Beim Abstieg kommt den Bergsteigern aber ein übler Sturm in die Quere. Nur die Härtesten haben eine Chance bei diesem extremen Wetter zu überleben.
Die Freigabe des Wirbelsturm-Films "Twister" löste großes Gelächter in den USA aus, wurde er von der MPAA ab 13 Jahren freigegeben mit einer kuriosen Begründung: "For the depiction of very bad weather." Nun ja, das Wetter in Baltasar Kormákurs auf wahren Begebenheiten beruhenden "Everest" ist mindestens genauso mies. Und dass ist auch der Spannungsmoment, auf dem dieser Abenteuer-Trip aufbaut.
Um den Ereignissen von damals gerecht zu werden, sieht Kormákur erfreulicherweise davon ab, einen Bösewicht zu etablieren oder die Situation künstlich zu dramatisieren. Das braucht er auch gar nicht, ist die eiskalte Atmosphäre in der zweiten Filmhälfte bedrohlich genug. Es geht dem Filmemacher nicht darum zu bewerten, er will beobachten.
Das Schöne an dieser für US-Verhältnisse realitätsnahen Inszenierung ist vor allem, dass keiner der Hollywood-Superstars eine Überlebensgarantie hat. Egal wie groß der Name auf dem Poster, wenn der Schnee zu kalt weht, dann ist Ende. Und auf der Liste der möglichen Schneesturm-Opfer sind unter anderem Stars wie Jason Clarke, Sam Worthington, Josh Brolin oder Jake Gyllenhaal. Eine wirklich tolle Besetzung, was die Mimen auch mit überzeugenden Leistungen zurückzahlen.
Kormákur ist nicht Meister genug, dass er es schafft einerseits realistisch und distanziert zu bleiben und andererseits einen konsequent hohen Spannungsbogen aufrecht zu halten. Was er allerdings schafft, ist einem anspruchsvollen Publikum eine möglichst plausible Zusammenfassung der damaligen Ereignisse zu liefern. Die Frage, ob die Menschen zu bemitleiden sind oder die äußerst gefährliche Situation leichtsinnig in Kauf genommen haben, muss jeder Zuschauer für sich selbst treffen.

Fazit: 70 %

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