26. Oktober 2015

Horns

© Universal

Regie: Alexandre Aja
Land / Jahr: USA, Kanada 2013












Ignatius (Daniel Radcliffe) ist auf der Suche nach dem Mörder seiner Freundin. Sein Problem: Alle anderen denken, dass er Merrin (Juno Temple) auf dem Gewissen hat. Als ihm wie aus dem Nichts Hörner wachsen, erzählen ihm alle Menschen stets die Wahrheit. Eine Fähigkeit, die Ig bei seiner Suche in die Karten spielt.
Regisseur Alexandre Aja ist ein Genre-Liebling bei Horror-Fans, schließlich zählt er zu den Mitbegründern der New French Extremity - einer Horror-Bewegung aus Frankreich, die qualitativ überdurchschnittliche Filme mit drastischen Szenen mischt. Sein Beitrag "High Tension" ist nicht nur ein spannender Slasher-Trip, sondern auch noch ziemich blutig: Selbst die gekürzte von einer unabhängigen Juristenkommission geprüfte Fassung ist noch indiziert.
Seit diesem Karriere-Push und diversen Jobs in den USA gelingt Aja allerdings nicht mehr so viel. "Mirrors", das Remake "The Hills have Eyes" oder das Sequel "Piranha 3D" sind bestenfalls mittelmäßige Genre-Beiträge. Mit "Horns" versucht er allerdings einen neuen Ansatz in die verkrusteten Horrorfilm-Strukturen zu bringen.
Die narrativen Elemente orientieren sich nur sporadisch an Genre-Konventionen. Kaum eine Szene spielt in der Nacht, es gibt keinen übermächtigen Bösen. "Horns" wirkt inhaltlich oftmals wie ein Thriller mit Fantasyelementen und drängt die Horror-Komponenten an die Seite. Düstere Atmosphäre und Spannung kommen nur sehr bedingt auf, allerdings hat diese Erzählvariante den Vorteil, dass der Film nur selten absehbar ist.
Das liegt manchmal aber auch an der schwachen Darstellerführung und lückenhaften Logik. Es gibt keinen Grund für das Wachsen der Hörner, nicht einmal einen schlechten. Auch dafür, dass plötzlich irgendwie jeder die Wahrheit erzählt, ist nicht nachvollziehbar und wenig gelungen. Und nervig ist auch, dass der Schreck über den neuen Kopfschmuck bei allen Figuren innerhalb von Sekunden verflogen ist.
"Horns" ist ein wirklich einfallsreicher neuer Ansatz für das Horror-Genre. Hin und wieder blitzt durch, womit Aja bekannt wurde und es wird sehr blutig. Allerdings wirkt es hier, ebenso wie die Mutation gegen Ende des Filmes, nicht wirklich passend. Überraschend gelungen ist die Darstellung von Daniel "Harry Potter" Radcliffe, der hier alles andere als ein Saubermann ist. Wenn die Logik nicht so lachhaft wäre an einigen Stellen, hätte "Horns" ein wirklich toller Film werden können.
Fazit: 45 %

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