11. Oktober 2015

I Spit on Your Grave 3

© Anchor Bay


Regie: R.D. Braunstein
Land / Jahr: USA 2015













Jennifer (Sarah Butler) hat die grausame Vergewaltigung damals in der kleinen Hütte im Wald nicht vergessen und sucht jetzt Trost bei einer Gruppentherapie. Dort trifft sie auf Marla (Jennifer Landon), die nicht Vergebung, sondern Rache im Sinn hat. Gemeinsam verüben die Frauen Selbstjustiz an Sexualverbrechern.
"I Spit on Your Grave 3" ist merkwürdigerweise nicht der übliche Nachfolger zu einem (semi-)erfolgreichen Splatter-Franchise. Teil 2 war es noch: Es wurde die gleiche Geschichte mit anderen Darstellern einfach noch einmal erzählt. Von dieser Methodik sieht Regisseur R.D. Braunstein aber ab. Er schnappt sich noch einmal Sarah Butler, die schon im ersten Teil die Hauptrolle spielte und erzählt ihre Geschichte weiter.
Das macht er zwar nicht überzeugend, aber man muss ihm lassen, dass er die Story doch in eine ganz andere Richtung lenkt. Denn Jennifer wird nicht erneut zum Opfer, um dann Rache zu üben. Sie ist ein Raubtier in einer Großstadt, das auf eigene Faust Männer in die Enge treibt. Gemeinsam mit ihrer Freundin Marla stellt sie mit körperlicher Gewalt Gerechtigkeit wieder her.
Und dieses Korrektiv ist im Vergleich mit den ersten beiden Teilen weitaus weniger brutal, weitaus weniger blutig. Sicher, es gibt da noch zwei oder drei Szenen, die die Zensoren auf die Barrikaden springen lassen - ich sag nur: Nackter Mann, Eisenrohr, Vorschlaghammer oder auch: orale Entmannung - aber im Großen und Ganzen hat Braunstein, vor allem was sexualisierte Gewalt betrifft, zwei Gänge heruntergeschaltet.
Dass von einem Horrorfranchise nicht mehr viel übrig bleibt, wenn man ihn: 1. verändert (und das nicht wirklich gut) und 2. weniger extrem macht, wird wohl kaum überraschen. Da kann auch die nette kleine Wendung im Finale nicht drüber hinwegtäuschen, dass "I Spit on Your Grave 3" nicht besonders gelungen ist.
Eines kann man diesem unterdurchschnittlichen Rache-Thriller aber durchaus hoch anrechnen: Regisseur R.D. Braunstein hat zumindest versucht, der Serie einen neuen Twist zu verpassen. Anders mies ist allerdings auch keine Lösung. Zudem der Rückschritt in Punkto Blut und Spannung sogar Genrefans verschrecken wird.

Fazit: 35 %

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