20. Oktober 2015

Knock Knock

© Universum

Regie: Eli Roth
Land / Jahr: USA, Chile 2015












Familienvater Evan (Keanu Reeves) hat am Vatertag-Wochenende das Haus für sich allein: Seine Frau und die Kinder sind ausgeflogen. Da klingelt es abends an der Tür und zwei hübsche junge Frauen stehen im Regen und bitten um seine Hilfe. Und die Nacht entwickelt sich ganz anders, als Evan es sich zu träumen gewagt hätte.
Eli Roth scheint eine To-do-Liste für Horror-Subgenres zu haben. Mit "Cabin Fever" hat er einen schwachen Beitrag zum Backwood-Slasher geleistet, die beiden "Hostel"-Filme sind immerhin noch ganz nette Torture-Porn-Filme und dem großen Kannibalen-Film der 70er Jahre hat er mit "The Green Inferno" ein Denkmal gesetzt. Jetzt versucht er sich mit "Knock Knock" an einer Home-Invasion-Variante.
Eine nette Idee hat der Film auf jeden Fall schon mal zu bieten: Zwei junge Damen üben den Terror aus - und das ohne jegliche Hilfe eines starken Herren. Das Opfer ist der fallende Stern Keanu Reeves, dessen Filme seit Jahren immer schlechter werden. An den meisten Stellen sind Roths Wendungen noch passabel und logisch, lediglich das überzeugende Argument, doch nicht die Polizei zu rufen, ist wenig glaubwürdig.
Auch wenn anfangs noch die Spannung steigt und der Zuschauer durchaus interessiert ist, wie das Gezeigte sich entwickelt, in der zweiten Filmhälfte dreht sich alles nur noch im Kreis. Und mündet in einem beinahe schon feigen Finale. Roth, der Provokateur, der in "The Green Inferno" noch Frauen von nackten Wilden beschneiden ließ und dessen "Hostel"-Sequel sogar in seiner zensierten Fassung bundesweit beschlagnahmt ist, bietet eine ziemlich unkörperliche Variante des Themas an. Als habe er Angst, dass ein Kampf von einem Mittvierziger gegen zwei junge Frauen zu unglaubwürdig wäre.
Die Darstellerleistungen sind immerhin ordentlich. Sogar Keanu Reeves zeigt eine passable Leistung und verleiht dem unterdurchschnittlichen Home-Invasion-Vertreter noch ein klitzekleines Fünkchen Hollywood-Glamour, dass der ansonsten mit einem schmalen Budget von nur drei Millionen Dollar produzierte Film ansonsten missen würde.
Unter dem Strich ist "Knock Knock" einerseits zu harmlos, andererseits nicht innovativ genug. Die Geschichte dreht sich zu lange im Kreis und verliert dadurch seinen Reiz. Wer sich für dieses Subgenre interessiert ist bei den wesentlich besseren und intensiveren "Inside", "Wer Gewalt sät", "Last House on the Left" und vor allem Michael Hanekes "Funny Games" besser aufgehoben. Mal gucken welches Horror-Subgenre Roth als nächstes mit einem schwachen Beitrag "würdigt".

Fazit: 35 %

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