12. Oktober 2015

Marsianer, Der - Rettet Mark Watney

© 20th Century Fox

Regie: Ridley Scott
Land / Jahr: USA 2015











Es scheint wie eine gewöhnliche Mars-Mission, da entpuppt sich ein Sturm auf dem Planeten als besonders verheerend. Der Crew gelingt die Flucht von dem roten Planeten, doch sie müssen ihren Botaniker Mark Watney (Matt Damon) zurücklassen, den sie für tot halten. Aber Watney hat mit viel Glück den Sturm überlebt und versucht auf eigene Faust auf dem Planeten zu überleben.
Die momentene Sci-Fi-Welle mit "Gravity", "Interstellar" und eben "Der Marsianer" wird  "Transformers"-Macher Michael Bay und ähnliche Dumbbuster-Regisseure wohl wundern. Seit wann ist Science-Fiction intelligent? Seit wann reicht es nicht mehr, den Zuschauer mit dümmlichen CGI zu füttern? Die Antwort ist einfach: Seit Hollywood-Produzenten erkannt haben, dass man Spannung auch clever verpacken und damit sogar Geld verdienen kann.
Es ist eine Wonne wie gut recherchiert "Der Marsianer" ist und wie er von den Zuschauern das Mitdenken fordert. Zu keinem Zeitpunkt ist besonders fest zuschlagen zu können oder besonders cool auszusehen die Lösung. Es geht nicht darum mutig zu sein - Wissen, Wissenschaft und Logik halten Mark Watney am Leben. Unter selben Voraussetzungen wäre jede "Fast and Furious"-Figur nach fünf Filmminuten tot - und jeder Fan der Serie ebenfalls.
Zwei Faktoren sind hier relevant: 1. Was macht Mark, um auf dem unwirtlichen Planeten über die Runden zu kommen? 2. Was macht die NASA, um ihren Astronauten wieder zu retten, bevor seine Vorräte aufgebraucht sind? Beide Parteien verhalten sich stets nachvollziehbar. Ebenso gelungen: Die Probleme wirken nicht konstruiert und einfach billig aneinander gereiht. "Der Marsianer" entwickelt sich völlig ungezwungen und schöpft daraus seine Glaubwürdigkeit.
Aber "Der Marisaner" ist wesentlich langsamer und weitaus weniger intensiv als "Gravity" oder "Interstellar". Stellenweise rücken die Abenteuer- und Science-Fiction-Elemente in den Hintergrund und das Drama regiert. So richtig spannend und mitreißend ist der Film erst in seinem wirklich toll inszenierten Finale. Da beweist Ridley Scott glücklicherweise das richtige Timing und streckt und übertreibt es nicht zu seh - Obwohl er sich mit der Handschuh-Aktion kurzzeitig an der Grenze bewegt.
"Der Marsianer" ist zwar nicht so bahnbrechend wie oben genannte Genre-Vertreter, aber definitiv ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Er ist optisch stilsicher, gut gespielt und souverän geschrieben. Das Gesamtpaket ist kein Genie-Streich, den Vergleich mit anderen Filmen, die mehr als 100 Millionen Dollar gekostet haben, gewinnt er aber in den meisten Fällen. Ridley Scott ist nach "Exodus" und "The Counselor" wieder oben angekommen. Bitte mehr Qualitäts-Sci-Fi in den kommenden Jahren!

Fazit: 75 %

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