6. Oktober 2015

Straight Outta Compton

© Universal

Regie: F. Gary Gray
Land / Jahr: USA 2015












1986 gründen die fünf Freunde Dr. Dre (Corey Hawkins), Ice Cube (O'Shea Jackson Jr.), Eazy-E (Jason Mitchell), DJ Yella (Neil Brown Jr.) und MC Ren (Aldis Hodge) im Los-Angeles-Vorort Compton die Hip-Hop-Crew NWA. Die Musik aus dem Ghetto nimmt die USA im Sturm ein, zum Unmut der Sittenwächter.
1995 führte der bis dahin unbekannte Regisseur F. Gary Gray den Rapper Ice Cube in dem Comedy-Hit "Friday". 20 Jahre später erzählt Gray die Lebensgeschichte des mega-erfolgreichen Rappers. Er zeichnet ein wahnsinnig interessantes Portrait über die Geburtsstunde einer völlig neuen Musikrichtung.
Das Riskante dabei ist einerseits, nicht zu cool zu werden, schließlich soll dieses Stück verfilmte Musikgeschichte glaubwürdig sein; andererseits muss Gray das Kunststück vollbringen, gleich mehreren sehr exzentrischen Charakteren gerecht zu werden. Und er schafft genau das: "Straight Outta Compton" erzählt nicht die Geschichte einer einzelnen Ikone, sondern einer ganzen Musikbewegung.
Weiterer wichtiger Bestandteil, der hier ebenfalls überzeugend funktioniert, sind die Darsteller. Jede einzelne Rolle ist sehr gut besetzt worden. Die Entscheidung O'Shea Jackson Jr. als seinen Vater, Ice Cube, zu besetzen ist ein Geniestreich. Man merkt dem Newcomer zu keinem Zeitpunkt an, dass er vorher noch nie in einem Spielfilm vor der Kamera stand.
Doch neben all dem Lob gibt es in "Straight Outta Compton" auch ein paar Problemzonen. Die Polizei wird hier sehr negativ gezeichnet. Zwar ist es richtig, willkürliche und rassistisch motivierte Polizeigewalt anzuprangern, aber die Gesetzeshüter durch die Bank als die Bösen zu zeigen ist gerade in einem Film, der auf wahren Begebenheiten basiert unpassend. Auch darf nicht vergessen werden, dass die Herren Rapper ihr Label "Ruthless" tatsächlich mit Drogengeld finanziert haben. Auch schrecken sie keinewegs vor Gewalt zurück. Sie sind definitiv nicht die Guten, als die sie Gray zeichnet und dass die Polizei sie im Blick hat, ist überaus begründet.
"Straight Outta Compton" ist mit Abstand F. Gary Grays beste Regiearbeit und eine der ganz großen Überraschungen des Filmjahres 2015. Über die Laufzeit von fast zweieinhalb Stunden ist der Film sowohl interesant als auch spannend. Ganz großer Pluspunkt: Gray legt ein hohes Tempo an den Tag und es gibt kaum eine Szenen, in der nicht zehn oder mehr Personen gleichzeitig spielen. Auch mit großen Konzertszenen geht der Film nicht sparsam um. Ein sehenswertes Stück Musikgeschichte.

Fazit: 80 %

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