8. Oktober 2015

Visit, The

© Universal

Regie: M. Night Shyamalan
Land / Jahr: USA 2015












Die beiden Kinder Becca (Olivia DeJonge) und Tyler (Ed Oxenbould) kennen ihre Großeltern nicht. Aber bei dem ersten Aufeinandertreffen bleiben die beiden Kids direkt eine Woche bei Oma und Opa. Die Tage sind harmonisch, aber nachts drehen die älteren Herrschaften durch.
M. Night Shyamalan gehört zu den ganz wenigen Filmemachern, die es geschafft haben mit einem Meisterwerk zu beginnen und dann immer schlechtere Filme zu drehen. Mittlerweile stehen dem ausgezeichneten "The Sixth Sense" mehrere schwache Filme gegenüber, die trotz eines dicken Budgets vor allem durch eine schwache Regie aufgefallen sind wie "The Happening", "Die Legende von Aang" oder "After Earth".
Bei "The Visit" hatte Shyamalan nur ein kleines Budget in Höhe von fünf Millionen Dollar zur Verfügung. Auch musste der Chaos-Regisseur auf Stars gänzlich verzichten. Aber vielleicht schafft er ja mit einem kleinen Horrorfilm endlich die Wende und bringt wenigstens mal wieder einen durchschnittlichen Film in die Kinos.
Aber weit gefehlt. Mit "The Visit" schustert er einen oberflächlichen Found-Footage-Horrorfilm zusammen, der neben ein paar gruseligen Momenten lediglich auf den einen guten Twist setzt. Der gelingt zwar einigermaßen, aber im Vergleich mit einem "The Sixth Sense" oder "Unbreakable" ist der Wow-Effekt schnell verflogen und man bekommt wieder einen wenig spannenden Gruselhorrorfilm geliefert.
Wenn es dunkel wird, dann ist es vor allem Omi, die ein paar nette Gänsehautmomente auf der Haben-Seite verbuchen kann. Aber die ausgestellten Härchen legen sich schnell wieder, Shyamalan gelingt es nicht, einen guten Moment länger als wenige Sekunden zu halten. So sind es lediglich einzelne Szenen, die funktionieren. Diese verlieren ihren Effekt aber so schnell, dass von Spannung keine Rede sein kann.
Und da sind noch diese peinlichen Momente, in denen sich die beiden Kids wie totale Vollidioten aufführen (müssen). Der beim Dreh 13 Jahre alte Ed Oxenbould wird noch in Jahrzehnten nicht diese peinliche Rapszene mit Fremdschämgarantie vergessen können. Noch während der Abspann läuft gibt es von Shyamalan quasi einen Schlag in die Fresse des Zuschauers.
"The Visit" ist ein wenig innovativer Gruselfilm, den es so schon unzählige Male gegeben hat. Was Shyamalan, der sich zum Vorboten für miese Regie gemausert hat, von einem Low-Budget-Film wie diesem verspricht, ist fraglich. Im Gegensatz zu seinen letzten drei Werken fragt man sich was nun besser ist: ordentliches Handwerk ohne Ideen oder viele kreative Momente, die handwerklic schwach umgesetzt sind. "The Visit" gehört zur ersteren Kategorie.

Fazit: 30 %

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