29. November 2015

Crimson Peak

© Universal

Regie: Guillermo del Toro
Land / Jahr: USA, Kanada 2015












Edith Cushing (Mia Wasikowska) ist eine junge Autorin unter der Obhut ihres Vaters (Jim Beaver). Als dieser einen mysteriösen Tod stirbt, erhofft sie sich einen Neuanfang mit Thomas Sharpe (Tom Hiddleston) in dessen Villa Crimson Peak. Nicht nur ihr neuer Ehemann, sondern auch dessen Haus hat jedoch einige Geheimnisse.
Wenn es nicht Guillermo del Toro gewesen wäre, dann hätte Universal wohl kaum ein Budget in Höhe von 55 Millionen Dollar locker gemacht für diesen skurrilen Geisterhausfilm, der sich an so vielen anderen Genres bedient. Aber das Studio weiß, wofür der "Pans Labyrinth"-Regisseur steht, dessen Stil auch in "Crimson Peak" wieder unverkennbar ist.
Egal welches Genre del Toro auf die Leinwand bringt, der wuchtige Mexikaner beweist stets sein Näschen für eine exzellente Optik. Das liegt vor allem daran, dass bei ihm viel gebaut, geschminkt und kostümiert wird und erfreulich wenig aus dem Computer kommt. Es sieht einfach "echt" aus, was del Toro anbietet.
Ein gutes Stück künstlicher sind dann natürlich die CGI geraten, die sich größtenteils auf die Spuk-Vorkomnisse in dem alten Gemäuer konzentrieren. Es geht einfach jede Menge Grusel verloren, wenn der Zuschauer direkt auf den ersten Blick bemerkt, wie die eine oder andere Szene umgesetzt wurde.
Insgesamt ist das wohl das größte Problem des Geisterhaus-Schockers: "Crimson Peak" würde gerne ein Horrorfilm sein, aber die Gänsehautmomente sind sehr rar gesät und wirken zudem nur bruchstückhaft. Was schon mehr Wirkung zeigt, ist der Splatterfaktor, der bis auf eine Szene in der ersten halben Stunde am Ende noch einmal zündet - dann gibt es aber direkt mehrere blutige Brutalitäten zu begutachten.
Das merkwürdigste an "Crimson Peak" ist aber der Genrecocktail. Hier ist von fast jedem Filmgenre ein Schuss drin. So fängt der Film beispielsweise als romantisches Drama an, bekommt dann einen Thriller-Krimi-Twist und beginnt erst mit der Ankunft an der neuen Bleibe ein wenig am Horrormeter zu schrauben. Dann sind allerdings auch schon gut 40 Minuten vergangen.
Tolle Kostüme und eine grandiose Ausstattung können nicht über die Probleme von diesem Jahrhundertwenden-Horrorfilm hinwegtäuschen: Es hakt beim Erschrecken. Wer sich damit arrangieren kann, dass es hier nur wenig zu gruseln gibt, der wird dann doch viel Freude mit "Crimson Peak" haben. Von der Cleverness von del Toros Meisterwerk "Pans Labyrinth" ist der Film aber weit entfernt.

Fazit: 65 %

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