4. November 2015

Dealer - Trip in die Hölle

© Neue Pierrot Le Fou

Regie: Jean Luc Herbulot
Land / Jahr: Frankreich 2014












Eigentlich ist der Kokain-Handel nichts mehr für Dan (Dan Bronchinson), aber als die schnelle Kohle winkt, kann er nicht widerstehen: Ein Kilo Kokain kann innerhalb von ein paar Stunden nämlich mehr als 40.000 Euro bringen. Doch als der Stoff verschwindet, bekommt Dan arge Probleme. Er muss das Paket wiederfinden.
75 Minuten dauert dieser Trip, der von dem Franzosen Jean Luc Herbulot wirklich rasant inszeniert wird. Der Filmemacher verliert keine Zeit und sein Film nimmt schon während der Anfangscredits ordentlich Fahrt auf. Der Tag in Paris ist sonnig, die Ausgangssituation verlockend - hört sich doch nach einem einfachen Geschäft an.
Aber es sind die zwielichten Kontakte des mindestens ebenso zwielichten Dan, die ihm das Genick zu brechen scheinen. Denn seine Kokain-Quelle ist gnadenlos und macht das mit ein paar derben Gewaltszenen auch deutlich. Der Zuschauer begreift ebenso schnell wie sein Protagonist: Dan sollte lieber schnell für eine gute Lösung sorgen, denn sonst wird es nichts mit seinem Australien-Ausstieg.
Der gute Dan ist kein Prinz Charming, der es dem Zuschauer allzu einfacht macht, mit ihm zu fiebern. Er verdrischt Frauen und Freunde, setzt seine Kraft auch gegen ältere Damen ein. Klar, er will nur das Beste für sich und seine Familie, aber dafür hat er auch keine Probleme Grenzen zu übertreten.
"Dealer" ist ein kompromissloser, knallharter und vor allem rasent schneller Film. Die Handlung vergeht fast in Echtzeit und erinnert mitunter an eine Mission aus "GTA". Wer Lust auf einen Drogen-Thriller hat, der keine seiner kurzen 75 Minuten verschwendet, um Zeit zum Durchatmen zu lassen, der ist bei diesem französischen "Crank"-Verschnitt richtig. Ein kleiner, feiner Underground-Juwel.

Fazit: 70 %

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