12. November 2015

Every Thing Will Be Fine

© Warner

Regie: Wim Wenders
Land / Jahr: Deutschand, Kanada, Frankreich, Schweden, Norwegen 2015











Der erfolglose Schriftsteller Thomas Eldan (James Franco) kommt nicht weiter beim Schreiben seines neuen Romanes. Dann trifft ihn noch ein ganz hartes Schicksal: Er verliert die Kontrolle über sein Auto und überfährt ein Kind. Das macht aus ihm einen ganz anderen Menschen, vor allem aber stellt sich jetzt erst sein schriftstellerischer Erfolg ein.
Einer der berühmtesten deutschen Regisseure aller Zeiten stellt ein äußerst interessantes Gedankenspiel mit "Every Thing Will Be Fine" auf die Beine: Was ist wenn ein wirklich schlimmes Ereignis, wie hier der Tod eines Kindes, der Auslöser für einen Riesenerfolg ist? Dieser Gedanke ist mutig, das ist interessant, das hätte aber auch konsequenter umgesetzt werden müssen.
Wenders geht wie immer mit reichlich Vorschusslorbeeren ins Rennen, kann aber wie so oft nicht die Erwartungen erfüllen. Sein letzter wirklich überzeugender Spielfilm ist auch sein größter Erfolg: "Der Himmel über Berlin". Das ist schon so lange her, dass Wenders Film-Berlin sogar noch von einer Mauer geteilt ist.
Hier macht er wieder einmal den selben Fehler, der mittlerweile schon zu seinem Stil geworden ist. Denn Wenders denkt seine Geschichte nicht konsequent zu Ende, verwäscht sie mit mäßig interessanten Nebenhandlungssträngen - so geht viel verloren. Dabei kann er sich noch bei seinen guten Darstellern bedanken, die weniger schludrige Arbeit abliefern.
Und warum dreht Wenders sein Drama bitte in 3D? Weder die Handlung, noch Bilder geben die geringste Rechtfertigung dafür, warum gerade dieses langsame und tiefenarme Drama sich dieser überflüssigen Technik bedient. Bei Actionfilmen ist diese billige Methode, um Geld aus dem Zuschauer zu quetschen, mittlerweile schon grauenhafter Standard geworden. Es bleibt nur zu hoffen, dass diese Krankheit nicht auch auf ernstere Genres übertragen wird.
"Every Thing Will Be Fine" ist ein weiterer Beweis dafür, dass Wim Wenders Spielfilm-Stern längst versunken ist, während seine Dokumentationen immer besser zu werden scheinen, wie er mit dem großartigen "Das Salz der Erde" bewies. Zudem wirkt es wie Sarkasmus, dass der Film sich der 3D-Technik bedient, bietet sie hier noch weniger Mehrwert als sonst - nämlich gar keinen. Letztendlich hätte sich Wenders mehr auf das nette Gedankenspiel, als auf seine Kindereien konzentrieren sollen.

Fazit: 55 %

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