25. November 2015

Gott ist nicht tot

© Gerth Medien

Regie: Harold Cronk
Land / Jahr: USA 2014












Professor Radisson (Kevin Sorbo) hat keine Lust auf religiöse Diskussionen in seiner Vorlesung. Deswegen sollen alle Stundenten "Gott ist tot" auf einen Zettel schreiben und diesen unterschreiben. Josh (Shane Harper) ist allerdings Christ und weigert sich gegen die Notiz. Der Professor bietet ihm einen Deal an: Er darf mit drei kleinen Referaten beweisen, dass Gott existiert.
"Gott ist nicht tot" ist ein religiöses Drama, getarnt als unterhaltsame Philosophie. Im Laufe des Filmes wird aber klar, dass das Werk ernsthafte Probleme auf mehreren Ebenen hat. Die unterdurchschnittlichen Darbietungen der Schauspieler wiegen da sogar nicht so sehr. Die Handlung und vor allem die Intention sind das Problem.
Erzählt werden mehrere kleine Geschichten und eine große. Letztere ist das Philosophie-Duell zwischen dem Professor, gespielt von Kevin "Herkules" Sorbo, und einem Erstsemesterstudenten. Dabei wird der atheistische Lehrkörper als Bösewicht völlig dämonisiert. Er lässt einem ihm völlig unterlegenen Studenten, der frisch an die Uni ist, keine faire Chance, bedroht den jungen Mann sogar. Das ist wenig glaubwürdig und extrem pathetisch.
Nicht besser ist Joshs Freundin Kara (Cassidy Gifford). Obwohl sie sich bei einem eindeutig christlichen Konzert kennengelernt haben und lange zusammen sind, hat sie keinerlei Verständnis für ihren Freund. Sie unterdrückt und erpresst ihn sogar, was ebenfalls alles wenig Sinn ergibt. Aber so wird Josh als noch edlerer Märtyrer dargestellt.
Der Hammer kommt aber im letzten Drittel. Denn in einer anderen Geschichte geht es um eine junge Muslimin, die eigentlich lieber Christin wäre - was ehrlich schon sehr missionarisch inszeniert wird. Als ihr Vater sie beim Hören eines christlichen Radiosenders erwischt, setzt es ordentlich Prügel für die Andersgläubige. Die Intention dahinter ist wirklich mehr als gewagt und sensationell platt erzählt.
Letztere ist die vielleicht absurdeste Szene von "Gott ist nicht tot", viele andere Momente geben aber ebenfalls ihr Bestes, um den Blödsinn auf die Spitze zu treiben. Hinter der freundlichen Fassade steckt eine tiefernste Mission. Das ist jede Menge Hass, getarnt als Nächstenliebe. Besonders bedenklich ist auch das Einspielergebnis von mehr als 60 Millionen Dollar in den USA - bei Produktionskosten von nur zwei Millionen. Logische Schlussfolgerung: Die Propaganda wird in Teil zwei fortgesetzt.

Fazit: 25 %

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