9. November 2015

James Bond 007 - Spectre

© Sony

Regie: Sam Mendes
Land / Jahr: Großbritannien, USA 2015












Eine Spur führt Superagent James Bond (Daniel Craig) um die halbe Welt, um hinter das Geheimnis der Verbrecherorganisation Spectre zu kommen. Doch das Mysterium ist noch größer als Bond jemals gedacht hätte, ist die Geschichte doch untrennbar mit seiner eigenen Vergangenheit verflochten.
Oscar-Regisseur Sam Mendes hat den besten Bond-Film seit Jahrzehnten mit "Skyfall" abgeliefert und zudem den finanziell erfolgreichsten der kompletten Reihe. Was lag denn näher, als Mendes mit "Spectre" die Serie gleich weiter fortsetzen zu lassen?
Mendes macht aber mit "Spectre" einen dicken Fehler, der sich zwar in "Skyfall" schon zaghaft andeutete, jetzt aber noch wesentlich ausgeprägter ist: Die Entschlüsselung des Familiengeheimnisses drängt die eigentlich Mission in den Hintergrund, Bond wird wichtiger als die Handlung selbst. Das wirkt mitunter wie eine nicht komplett durchdachte Origin-Geschichte. Vor allem wird ein ganz wichtiges Problem in der Erzählstruktur dabei völlig außer Acht gelassen: Craigs Bond-Zyklus ist nicht mehr zeitlos, sondern entwickelt sich von Film zu Film. Demnach müsste nun auch der Protagonist mit jedem neuen Werk altern. Oder noch viel schlimmer: Sony könnte auf die Idee kommen, Bond als Remake oder Reboot in die Kinos bringen, weil es irgendwann nicht mehr viel Sinn macht.
Was der Crew mit "Spectre" aber überaus gelungen ist und wofür die Reihe steht, das ist die sensationell ästhetische Optik. Das Produktionsdesign erfährt seinen Höhepunkt in dem exorbitant stilsicheren Intro, dass von seiner Struktur ein wenig an die Eröffnungssequenz von David Finchers "The Girl with the Dragon Tattoo" erinnert.
Doch leider ist das nur Schall und Rauch. Diese Stilsicherheit kann nicht kaschieren, dass es nur ganz wenige Szenen gibt, die wirklich groß sind. Auf das famose Intro folgt eine nahezu ebenso starke Sequenz beim "Tag der Toten", die aber in der darauffolgenden Action-Szene viel Flair verliert. Danach sind es vielleicht noch ein paar Landschaftsaufnahmen oder ein paar der Christoph-Waltz-Momente, in denen der Kult-Faktor noch einmal so richtig ausschlägt. Der Rest wird von extrem grenzwertigen Actionszenen kaputt gemacht.
Selten ließen sich die einzelnen Teile einer Reihe so leicht in eine Qualitätsreihenfolge bringen wie bei den Bond-Werken mit Daniel Craig. Und dabei wird deutlich: nach zwei der stärksten Bonds der kompletten Serie mit "Skyfall" und knapp dahinter "Casino Royal", kommt erst einmal lange nichts. Dann kommen die beiden gerade einmal ordentlichen Teile "Spectre" und der ebenso inhaltlich nicht saubere "Ein Quantum Trost". Für Craigs Abgang ist "Spectre" allerdings bei weitem nicht abschließend, geschweige denn gut genug. Dafür gibt es diesmal viel zu wenig echte Höhepunkte.

Fazit: 65 %

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