19. November 2015

Mann mit den Röntgenaugen, Der

© Anolis

Regie: Roger Corman
Land / Jahr: USA 1963












Dr. James Xavier (Ray Milland) hat in seinem Forschungslabor Augentropfen entwickelt, mit denen man durch Dinge hindurchsehen kann. Sein Versuchsobjekt: Er selbst. Die Wirkung ist überzeugend, treibt den lieben Doktor allerdings in den Wahnsinn.
Wie selbstverständlich raucht Doktor Xavier in seinem nicht ganz so sterilen Labor. Die ersten Tests führt er natürlich an Affen durch und seine Assistentin ist zwar äußerst begabt, aber ein paar chauvinistische Sprüche sind immer drin. Da hat sie auch Verständnis für. Das waren noch Zeiten in den 60ern ...
Abseits einiger dieser unfreiwilligen Lacher gibt es aber einen typisch düsteren Roger-Corman-Film, aus der Hochphase dessen Schaffens. Neben "Der Mann mit den Röntgenaugen" saß Corman im Jahr 1963 noch bei vier weiteren Kinofilmen auf dem Regiestuhl. Das merkt man diesem Werk auch an, wird bei vielen Szenen deutlich, unter welchem Zeitdruck sie entstanden sind. Trotz der Routine, die Corman sich erarbeitet hatte, wirkt der Röntgenmann oft sehr zusammengewürfelt.
Leider sind viele Ideen nicht zuende gedacht. Das Erschleichen von Geld wäre wesentlich einfacher gegangen und der Doktor lässt sich kinderleicht erpressen und ausnutzen - von einem gebildeten Mann könnte man doch wohl erwarten, dass er sich cleverer aus den Problemsituationen manövrieren kann.
Selbstverständlich nutzt der gute Doktor hier und da seine Röntgenaugen auch für sehr männliche Zwecke. Wenn man schonmal durch Gegenstände und Kleidung gucken kann, dann sollte das auch ausgenutzt werden und die Damen, die teilweise von der Fähigkeit wissen, scheint das überhaupt nicht zu stören.
Die Röntgen-Idee bietet viel Potenzial, doch die meisten Ideen werden nur dürftig angeschnitten. Die Handlung selbst wirkt, genauso wie die Inszenierung, ziemlich willkürlich. Zudem umschifft Corman viel zu oft einfachste Logikmomente - das wirkt dann besonders dümmlich. Für nette Unterhaltung reicht dieser kleine 60er-Schinken aber doch, weil "Der Mann mit den Röntgenaugen" nur so lang ist, wie er auch Spaß macht.

Fazit: 50 %

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