25. November 2015

Turbo Kid

© Ledick

Regie: Francois Simard, Anouk Whissell, Yoann-Karl Whissell
Land / Jahr: Kanada, USA, Neuseeland 2015











In der fernen Zukunft, im Jahr 1997, ist die Erde fast völlig zerstört. Wasser ist rar, es geht ums Überleben. Der junge Held (Munro Chambers) fristet trotzdem ein zufriedenes Dasein, bis ihm plötzlich die navie Apple (Laurence Leboeuf) nicht mehr von der Seite weicht. Gemeinsam legen sie sich mit dem Tyrannen Zeus (Michael Ironside) an.
2015 gedreht, spielt "Turbo Kid" in einer alternativen Zukunft: Im Jahr 1997. Das allein ist schon ungewöhnlich, aber nur einer von vielen kreativen Aspekten in einem wunderbaren Beispiel, wie man aus extrem wenig Budget dennoch einiges rausholen kann: Mit Ideen und einer liebevollen Umsetzung. Und von beidem hat "Turbo Kid" manchmal mehr, als gut für ihn ist.
Denn der Film, der von vielen Kritikern gerne als eine ironische Kiddie-Version von "Mad Max" angesehen wird, scheint mit einem Innovations-Füllhorn überschüttet worden zu sein. Es gibt viel zu erleben, viel zu sehen - manchmal überschreitet "Turbo Kid" dann allerdings doch die gefährliche Grenze des Trash-Humors und driftet ins Alberne ab. So ist beispielsweise der Gedanke, dass es außer Fahrrädern keine Fortbewegungsmittel in der Zukunft gibt ganz nett, allerdings sieht es schon arg bescheuert aus, wenn auch die älteren Herrschaften kräftig in die Pedale treten.
Toll hingegen ist jedoch das Heldenduo. Wer nach der ersten Viertelstunde den jugendlichen Träumer für einen dümmlichen Naivling hält, der muss ab dem Zusammentreffen mit der durchgeknallten Apple noch einmal neu über seine Definition von Naivität nachdenken. Es ist beinahe, ale begleitet man zwei Kinder bei einem Abenteuer.
Einem Abenteuer mit reichlich Ketchup - denn so mögen es Kinder ja gerne. Und in "Turbo Kid" gibt es davon jede Menge. Da wird zerhackt, verstümmelt und geötet, dass es trotz der amüsanten Handlung und niedlichen Figuren schon erstaunlich ist, dass dieser Sci-Fi-Actioner ungekürzt ab 16 Jahren freigegeben wurde. Es gibt kaum eine Figur, die bei ihrem Ableben nicht ein paar ordentliche Blut-Fontänen verschießt.
"Turbo Kid" hat Mängel: Das Produktionsdesign überzeugt manchmal gar nicht, die Logik ist immer gerade so, wie der Film es braucht und Kamera und Schnitt sind manchmal zu langsam für die Action. Aber dennoch ist diese kanadisch-amerikanisch-neuseeländische Koproduktion sehenswert, da "Turbo Kid" ein glänzendes Beispiel dafür ist, dass man manchmal nicht hunderte Millionen Dollar braucht, um seine freakigen Trash-Visionen auf die Leinwand zu bringen.

Fazit: 60 %

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