31. Dezember 2015

Krampus

© Universal

Regie: Michael Dougherty
Land / Jahr: USA 2015












Bei Familie Engel ist Weihnachten nicht unbedingt ein Fest der Freude, schließlich steht ein dreitägiger Besuch von nervigen Vewandten ins Haus. Als dann auch noch das ganze Dorf eingeschneit wird, sinkt die Stimmung auf den Tiefpunkt. Vor allem als der mörderische Krampus Jagd auf die Familie macht.
"Krampus" ist sicherlich kein gewöhnlicher Horrorfilm. Im ersten Drittel wird dem Zuschauer noch nicht einmal klar, dass es sich überhaupt um einen Horrorfilm handelt. Denn in den ersten dreißig Minuten wird erstmal Familie Mustermann sowie deren ungeliebte Proll-Verwandtschaft eingeführt. Das macht wirklich Spaß und hat das Potenzial von Chevy Chases Feiertags-Klassikers "Schöne Bescherung". Gerade weil die Figuren so wunderbar anarcho sind.
Dann kommt Akt II. Hier wird es düster. Die Stadt ist total vereist, keine Menschenseele weit und breit. Der Krampus ist ab und an für ein paar Sekunden, allerdings immer nur partiell, zu sehen. Mit Sicherheit die schwächste halbe Stunde des Filmes. Ganz einfach weil inhaltlich nicht viel passiert. Und weil der Spaß im Keim erstickt wird.
Zum Ende hin wird es die halbe Stunde des Krampus. Diesmal aber nicht was das Komödiantische betrifft - das findet nur noch wenig gute Momente. Aber Krampus und seine größtenteils nicht animierten Gesellen sehen wunderbar schaurig aus. Der namensgebende Weihnachtsteufel ist eine gigantisch mächtige Gestalt mit toten Augen und Hufen. Lediglich die CGI-Untertanen, die Lebkuchenmännchen, wirken eher albern.
"Krampus" ist ein Genre-Hybrid, der amüsanterweise in seinen lustigen Momenten und mit seiner herrlichen verkorksten Familie besser funktioniert als in den Horrorszenen. Ein paar Lacher gibt es, die Atmosphäre wird zunehmend düsterer, aber spannend ist "Krampus" nahezu gar nicht. Wer mit Spaß an die Sache geht erlebt eine amüsante Interpretation eines alten Mythos. Horrorfans werden wohl eher nicht glücklich, weil Schocks und auch Splatter-Effekte kaum vorzufinden sind.

Fazit: 50 %

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