22. Dezember 2015

Lost River

© Tiberius Film

Regie: Ryan Gosling
Land / Jahr: USA 2014












In dem US-Städtchen Lost River leben nur noch ganz wenige Menschen, die meisten Gebäude stehen leer. Dennoch muss die zweifache Mutter Billy (Christina Hendricks) um ihr Eigenheim kämpfen und lässt sich zu einem unangenehmen Job hinreißen.
Hollywood-Star Ryan Gosling stand schon in mehr als 30 Filmen vor der Kamera, doch in der Funktion als Drehbuchautor und Regisseur zeichnet er sich mit "Lost River" das erste Mal verantwortlich. Bis auf ein paar nette Ideen und ansprechende optische Reize hat sein Erstling allerdings nicht viel zu bieten.
Inhaltlich läuft der Mystery-Streifen zweigleisig. Einerseits gibt es die Geschichte um die verzweifelte Billy, die aus Liebe zu ihren Kindern jeden Job annehmen würden, der ihr angeboten wird. Der zweite Handlungsstrang erzählt die Geschichte von ihrem ältesten Sohn Bones (Iain De Casestecker), der bei seiner steten Suche nach verwertbaren Metallen auf eine Unterwasserstadt stößt. Das mag sich beides vielleicht interessant anhören, zuende wird aber keine der beiden Geschichten erzählt. Sie verlaufen beide genauso im Nichts, wie der Weg in die Unterwasserstadt.
Aber egal, wie die Handlung sich entwickelt, so stellt sich doch die Frage: Was will Gosling mit diesem Film sagen? Was ist seine Intention? Dieses Rätsel weiß - wenn überhaupt - nur der Autorenfilmer selbst zu enthüllen. Auf den Zuschauer hat der Film eine sinnfreie Wirkung, was ihn ziemlich überflüssig macht.
Worin Gosling allerdings ein gewisses Talent beweist, ist schöne Bilder einer verlassenen Stadt einzufangen. Wenn beispielsweise eigentlich meterhohe Straßenlaternen gerade so aus einer überwucherten Wiese herausgucken, ist das schon imposant. Auch die dumpf-langsamen Elektroklänge passen gut in die Szenerie. Allerdings mutet die Gesamtkomposition an, als wollte Gosling Nicolas Winding Refns Stil nachahmen, für den er in "Drive" und "Only God Forgives" vor der Kamera stand.
"Lost River" ist ein mutiger, aber wenig überzeugender Debütfilm. Während dem Auge einiges geboten wird, fühlt sich das Gehirn unterfordert. Lange macht das Mystery-Experiment den Eindruck, als laufe alles auf ein sinnverleihendes Ende zu. Als dem am Ende aber nicht so ist, verliert "Lost River" einige Sympathien. Das der Film 17 Minuten kürzer ist, als bei seiner Uraufführung in Cannes, spricht für sich.

Fazit: 50 %

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