27. Dezember 2015

Picknick mit Bären

© Alamode

Regie: Ken Kwapis
Land / Jahr: USA 2015












Reiseschriftsteller Bill Bryson (Robert Redford) möchte sich noch einmal kopfüber ins Abenteuer stürzen. Dafür hat er sich den Appalachian Trail ausgesucht, einen circa 3500 Kilometer langen Wanderweg, der durch insgesamt 14 US-Bundesstaaten führt. Begleitet wird er von dem trockenen Alkoholiker Stephen Katz (Nick Nolte).
Bill Bryson ist kein fiktiver Charakter, sondern ein echter Reiseschriftsteller, der von seinen Erlebnissen erzählt - das Buch ist unter dem selben Titel erschienen. Berühmt wurde Bryson vor allem durch seine lockere und witzige Art, mit der er auch mal brenzlige Situationen beschreibt. Im Film ist von letzterem allerdings nur eine Light-Version übrig geblieben. Amüsant sind hier nicht die Dialoge und nur selten die Figuren, sondern eher die Situationen, in die die beiden Trottel immer wieder geraten.
Dem traditionell eher wenig lustigen Robert Redford wurde quasi als komödiantische Verstärkung Hollywood-Veteran Nick Nolte an die Seite gestellt. Der spielt einen versoffenen alten Sack, dessen Kopf schon nach den ersten 20 Schritten so rot anläuft, als würde er gleich explodieren. Das wird für Nolte nicht schwierig gewesen sein, denn prinzipiell spielt er sich damit selbst - ein Umstand, der wegen des hohen Selbstironiefaktors gefällt.
Abenteuerfeeling kommt jedoch nur selten bei dem auf dem Papier schwierigen, im Film eher locker-flockigen Spaziergang auf. Auch hier wirkt "Picknick mit Bären" weichgewaschen. Die einzigen unangenehmen Situationen entstehen bei dem unerwünschten Bärenbesuch und dem Schneeeinbruch, der Rest ist eher für ein müdes Lächeln gut.
Wer Lust auf ein richtiges Abenteuer hat, dem sei eher zu Reese Witherspoons "Der große Trip - Wild" oder dem großartigen "Into the Wild" mit Emile Hirsch geraten, die wesentlich geistreicher und körperlich sind als dieser Rentnertrip. Wer allerdings lieber einen heiteren Spaziergang mit Opa möchte ist hier gut aufgehoben.
Mit "Picknick mit Bären" macht man nicht viel falsch, aber auch nicht viel richtig. Geboten wird ein Seniorenbesuch im Spaßbad, der auf allen Ebenen - Dramatik, Humor und Atmosphäre - lauwarm ist. Highlights sind die Momente, in denen Profitrinker Nick Nolte aufgrund seines körperlichen Zustandes ins Schwitzen gerät. Robert Redford spielt sich mal wieder selbst, den souveränen Gentleman, was wohl kaum als Topleistung zu quittieren ist.

Fazit: 50 %

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