16. Dezember 2015

Star Wars: Das Erwachen der Macht

© Walt Disney

Regie: J.J. Abrams
Land / Jahr: USA 2015












30 Jahre sind vergangen, seitdem Luke Skywalker und die Rebellen auch den zweiten Todesstern zerstört haben. Seitdem ist Luke vom Erdboden verschwunden. Einen Hinweis aus dessen Verbleib fährt ein kleiner Droide mit sich herum, den die Schrottsammlerin Rey (Daisy Ridley) und der Ex-Stormtrooper Finn (John Boyega) zur Resistance bringen wollen.
Eigentlich gibt es nur zwei Gründe, diesen Regie-Job zu übernehmen: Entweder man ist verrückt und setzt seinen Ruf auf's Spiel oder so verzweifelt, dass man sich mit einem grandiosen Einspielergebnis den Sprung zu weiteren Großprojekten verhofft. Auf J.J. Abrams trifft keine der beiden Beschreibungen zu, gehört er doch zu den absoluten Glückskindern der Filmindustrie, dem eigentlich alles gelingt, was er in die Hand nimmt.
Aber wie soll man einen "Star Wars"-Film machen, der die Erwartungen der Fans erfüllt? Alles was schlechter ist als "sehr, sehr gut" wird als derbe Enttäuschung angesehen. Das Risiko ist eigentlich zu groß, dass der Regisseur am Ende als Buh-Mann dasteht. Letztendlich war "Star Wars" auch der Sargnagel für George Lucas' Regie-Karriere, der danach keinen anderen Film mehr inszenierte.
Glücklicherweise macht J.J. Abrams mit seinem Machterwachen eine Menge richtig, um das man sich ernsthafte Sorgen machen durfte. Ihm gelingt es, auf würdevolle Weise Altbekannte zu inszenieren sowie neue Figuren einzuführen. Selbst Kugeldroide BB-8 hat mehr Charisma und Charme als die meisten Figuren in den Episoden 1 bis 3.
Mit dem Wiederbeleben des Millennium Falkens, fällt die letzte Restskepsis gegenüber dem ersten Teil der neuen Trilogie ab. Es ist einfach perfekt dargestellt, wie die beiden Anfang-Zwanzigjährigen mit dem 30 Jahre alten Fluggerät umgehen. Genauso würde es aussehen, würde man einem 20-Jährigen eine Videokassette und einen Videorekorder in die Hand drücken.
Und es wird auch nicht mehr gehopst in den Action-Szenen. Es gibt keine Ballett-Choreographien, die den eigentlichen Überlebenskampf zu einem albern-übertriebenen Tanz machen. Und in die Länge gezogen oder zum Selbstzweck sind diese Momente ebenfalls nicht. Auch viel erwachsener: Die Gags, von denen einige, aber nicht zu viele an den passenden Stellen eingebracht werden - und in den allermeisten Fällen auch perfekt zünden.
"Das Erwachen der Macht" hat natürlich auch seine Fehler: Einige Figuren können binnen Sekunden wunderbar mit dem Lichtschwert umgehen, während Luke damals mehrere Wochen Training absolvieren musste. Der überaus böse Kylo Ren (Adam Driver) zeigt überraschend früh sein Gesicht und Carrie Fisher spielt, als hätte sie gar keine Lust auf diesen Film gehabt. Und auch die finale Explosion kommt dann doch etwas plötzlich.
Ansonsten fühlt sich "Star Wars: Das Erwachen der Macht" aber wieder wie ein echter "Star Wars"-Film an. Es gibt großartige Bilder, eine Fülle Ideen und sympathische Figuren, die eine neue Ära einläuten. Auch der Übergang zu Episode VIII ist wunderbar ausbalanciert. Das Wichtigste aber: "Das Erwachen der Macht" hat keine Längen und macht wieder richtig Spaß. Und es gibt da diese eine Szene, in der J.J. Abrams beweist, dass er straußenei-große Hoden haben muss ...

Fazit: 80 %

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen