28. Dezember 2015

Steve Jobs

© Universal

Regie: Danny Boyle
Land / Jahr: USA 2015












Drei Stationen im Leben eines außergewöhnlichen Mannes: 1984 stellt Steve Jobs (Michael Fassbender) den Macintosh vor, 1988 präsentiert er der Öffentlichkeit seinen NeXT-Lerncomputer und 1998 steht der iMac im Rampenlicht einer großen Präsentation. An allen drei Tagen muss Jobs sich selbst, sein Arbeits- und sein Privatleben in Frage stellen.
Wie kann man einen Mann am besten definieren? Natürlich über seinen Beruf und sein Familienleben. Das dachte sich auch Regisseur Danny Boyle, der sich einzelne Momente aus dem Leben des exzentrischen Computer-Revolutionärs herauspickt. Jedes Mal steht Jobs kurz davor ein neues Projekt vorzustellen, es sind Extremsituationen - selbst für Jobs.
Diese kammerspielartige Umsetzung kann aber so gut geschrieben sein, wie sie will - ihre Qualität steigt und sinkt mit den Hauptdarstellern. Und da hat Boyle wirklich zwei herausragende Casting-Entscheidungen getroffen. Einerseits spielt Michael Fassbender einen viel besseren Steve Jobs, als es Ashton Kutcher in "Jobs" jemals hätte tun können. Er zeigt einen konsequenten und gradlinigen Mann, der alles aus dem Weg räumt, das er nicht für seinen Erfolg brauchen kann. Ihm zur Seite steht die Marketing-Managerin Johanna Hoffmann, die nicht nur seine Arbeit, sondern auch als Gewissen sein Privatleben managt. Gespielt von einer überragenden Kate Winslet.
Selbst die Wahl Seth Rogen als Unternehmer-Kollege Steve Wozniak und Jeff Daniels als Apple-CEO John Sculley zu besetzen ist ausgezeichnet. Die beiden sind zwar eigentlich Komödien-Veteranen und Fachmänner für Albernheiten, aber sie spielen ihre toternsten Rollen besser, als manch einer es ihnen zugetraut hätte.
Auch optisch ist dieser Sprung von Eckpfeiler zu Eckpfeiler in der Biographie von Steve Jobs perfekt gelungen. Kostüme und Make-up sind so akurat wie nur möglich, ohne dabei die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Boyle geht einfach wie ein Profi damit um, nämlich indem er alles als gegeben hinnimmt und es somit extrem authentisch wirkt.
Die Lücken zwischen den einzelnen Stationen werden mit Montagen und Voice-over-Erklärungen schnell, aber angemessen abgehandelt. Warum der Film allerdings nicht noch weitere Episoden, nämlich die von Jobs größten Erfolgen mit dem iPod und dem iPhone behandelt, ist allerdings fragwürdig. Hätten sie den Rahmen doch bestens geschlossen und sind genauso wichtig wie Jobs frühe Erfolge.
"Steve Jobs" ist um einiges besser als der erste Biographie-Versuch "Jobs". Das liegt einerseits an der viel besseren Besetzung mit Michael Fassbender, Kate Winslet und der restlichen Cast. Andererseits auch an der mutigen Entscheidung Danny Boyles, den Exzentriker Jobs mit nur drei großen Szenen zu zeichnen. Am Ende fühlt sich der Film allerdings nicht wirklich abgeschlossen an.

Fazit: 80 %

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