11. Januar 2016

Ich bin dann mal weg

© Warner

Regie: Julia von Heinz
Land / Jahr: Deutschland 2015












Entertainer Hape Kerkeling (Devid Striesow) erleidet auf der Bühne einen Hörsturz, ist mit seinen Kräften am Ende. Um wieder fit zu werden und zu sich selbst zu finden, verschreibt er sich eine Reise auf dem Jakobsweg - 800 Kilometer will der übergewichtige Kettenraucher alleine zu Fuß zurücklegen.
2001 machte sich der Entertainer auf den Weg nach Santiago de Compostela, 2006 erschien sein Reisebericht "Ich bin dann mal weg" und wurde zum meistverkauften Buch des Jahres in Deutschland - mehr als eine Million Exemplare wanderten in die deutschen Haushalte. Da ist es fast schon sehr verwunderlich, dass der passende Kinofilm neun Jahre auf sich warten ließ.
Doch der Mann auf dem Poster, der Hape wirklich extrem ähnlich sieht, ist nicht der Spaßmacher persönlich. Das ist Devid Striesow in der Hauptrolle, der den zweitbesten Hape nach Hape selbst mimt. Ursprünglich sollte Kerkeling sich selbst spielen. Die Umentscheidung ist ganz pragmatisch gewesen: Kerkeling konnte mit seinen 50 Jahren unmöglich einen 36-Jährigen spielen.
Und der Streisow gibt alles, kann in seiner Rolle gefallen. Er ist mit Sicherheit nicht schuld an dem lauwarmen Ergebnis, das da auf der Kinoleinwand gelandet ist. Allein die Genre-Zuordnung ist schon schwierig: Komödie? Naja, es gibt keine Witze - und das bei einem Film über einen Comedian! -, aber der Film hat eine heitere Grundstimmung, ohne echte Probleme. Abenteuer? Spannend wird es niemals. Nicht einmal im Ansatz. Aber prinzipiell ist der Mann alleine zu Fuß unterwegs über Berg und durch Tal. Und in die Drama-Sparte passt "Ich bin dann mal weg" auch nicht so recht.
Regisseurin Julia von Heinz inszeniert schon die mitreißendsten Passagen aus dem Bestseller. Eine wirklich überzeugende Szene ist aber nicht dabei. Der Film wirkt wie ein Flickenteppich, zusammengebastelt aus ein paar netten Momenten auf einer langen Reise. Die Rückblenden in Kerkelings Kindheit sind zwar interessant, aber für die Handlungsentwicklung kaum notwendig.
Wer Angst hat, einen Herzinfarkt wegen zu hoher Spannungskurven oder zu lustiger Gags beim Filmegucken zu bekommen, der ist hier genau richtig. "Ich bin dann mal weg" ist ganz seichte Unterhaltung und sogar bestens für Senioren geeignet. Garantiet aufregerfrei. Es gibt noch nicht einmal Negativhöhepunkte. Durchschnittlicher kann Kino kaum sein. Einziger Lichtblick ist der Hauptdarsteller, der ein Doppelgänger seines Vorbildes sein könnte.

Fazit: 50 %

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