16. Januar 2016

Im Winter so schön

© Lighthouse

Regie: Matthias Mettenbörger
Land / Jahr: Deutschland 2016












Der kleinkriminelle Großstädter Erhard (Christian Furrer) strandet in einem kleinen Dörfchen in der Provinz. Dort erpresst ihn die zwölfjährige Emma (Julia Kluge): Entweder er hilft ihr bei der Suche nach ihrem Vater oder sie erzählt, dass Erhard einen alten Mann totgefahren hat.
"Held" der Geschichte Erhard wird gespielt von Jason-Statham-Lookalike Christian Furrer. Damit er originell aussieht wurde ihm eine Russenmütze aufgesetzt. Ebenso wie Statham teilt er ordentlich freche One-Liner aus, hat allerdings gar keine Nehmerqualitäten. Die pseudo-coolen Sprüche wirken bestenfalls wie auswendig gelernt, eher noch wie gerade erst im Drehbuch gelesen. Furrer spielt, als wäre er mit einer Waffe gezwungen worden, diese Rolle anzunehmen. Lustloser und unsympathischer ist kaum noch möglich.
Die größten beiden Namen der Castliste sind zweifelsohne Ralf Richter und Jochen Busse, deren fünfminütige Freundschaftsdienste inhaltlich irrelevant und ganz schmierig zum Selbstzweck in das Drehbuch geschrieben wurden. Richter beispielsweise imitiert einen Metzger, trällert seinen schwachen Text runter. Kassiert keine Lacher und war wahrscheinlich froh, als die Szene im Kasten war und er die Heimreise antreten konnte.
Das kein Schauspieler aber auch nur annähernd eine akzeptable Leistung bringt, ist wenig verwunderlich. Es gibt nahezu keinen Dialoge, sondern nur hohle Witze, die komplett krampfhaft rüberkommen. Wie soll ein Darsteller da überhaupt die Möglichkeit haben, sich in die Herzen der Zuschauer zu spielen? Die anzüglichen Witze gegenüber der zwölfjährigen Emma sind einfach nur widerlich. Um so etwas amüsant rüberzubringen, braucht man eine Menge Charme, damit es nicht so ekelhaft wirkt.
Das Schlimmste ist aber die Inszenierung. Regisseur Matthias Mettenbörgers Regie ist willkürlich, die Kameraführung vermittelt den Eindruck als wurden wahllose zahlreiche Einstellungen gedreht und zusammengeschnitten. Die komödiantischen Momente sind grauenhaft, die dramatischen Szenen sind grauenhaft, die Thriller-Sequenzen sind grauenhaft.
Schlimmer als mit "Im Winter so schön" - was soll dieser inhaltsfreie Titel? - könnte das Filmjahr kaum beginnen. Diese schmierige, anzügliche Komödie ohne echte Handlung mit unsympathischen Figuren, die von unmotivierten Darstellern gedreht werden, lässt kaum noch Luft nach unten. Mettenbörger wäre gerne Peter Thorwarth, ist aber eher Uwe Boll.

Fazit: 20 %

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