14. Januar 2016

Knight of Cups

© StudioCanal

Regie: Terrence Malick
Land / Jahr: USA 2015












Der erfolgreiche Drehbuchautor Rick (Christian Bale) hat alles was sein Herz begehrt: Ein schickes Haus, eine Menge Geld und sein Problem mit hübschen Frauen ist, dass er zu viele davon hat. Sein Leben langweilt ihn immer mehr, er beginnt sich nach dem Sinn seiner Existenz zu fragen.
Ein, zwei, aller höchstens drei kommerzielle Misserfolge und das war es mit der Hollywoodkarriere. Man kriegt kein Geld mehr für neue Projekte, kein Schauspieler will mehr mit einem arbeiten, der Ruf als Filmemacher geht den Bach hinunter. Diese Gesetze gelten für alle Kreativen in der Filmhochburg - für alle außer Terrence Malick.
"The New World" kostete 30 Millionen Dollar und spielte nur 12,7 Millionen wieder ein in den Staaten. Kein Problem, Terrence, hier hast du 32 Millionen für "Tree of Life". Einspielergebnis: 13,3 Millionen Dollar in den USA. Und was auch immer "To the Wonder" gekostet haben muss, die US-Einnahmen von etwas mehr als einer halben Million werden die Kosten nicht einmal annähernd gedeckt werden.
Egal, Malick kündigt 2015 "Knight of Cups" an und die Hollywoodstars stehen Schlange. Christian Bale, Cate Blanchett, Natalie Portman und einige andere helfen Malick erneut dabei, den Zuschauer mit endlosen inneren Monologen und nahezu keiner einzigen Unterhaltung zwischen zwei Menschen zu quälen. Die Szenen sind generisch und bilden eine Schere zu der Inszenierung, denn optisch hat "Knight of Cups" definitiv seine Reize. Innovative Einstellungen und Kamerafahrten. Die Bilder können gefallen. Schließlich war hier mit Emmanuel Lubezki einer der besten Kameramänner Hollywoods am Werk.
Aber auch wenn die technischen Aspekte sich auf einem hohen Niveau bewegen: Was bringt es, wenn der Film inhaltlich zu einer Tour de Force für den Zuschauer wird? Wenn dieser sich nur noch darüber freut, einzelne Momente zu genießen, das Gesamtwerk aber völlig an ihm vorbeigeht, weil man einfach nicht motiviert ist, dem Ganzen zu folgen. Ist es eine durchgehende Handlung auf der Leinwand oder eine Montage abgehackter Momente? Egal, wen interessiert's? Für diese Fragen hat der Film einfach zu wenig Relevanz. Es lohnt nicht lange im Nachhinein darüber nachzudenken.
Terrence Malick ist mittlerweile zu einem Markenzeichen für inhaltliche Leere geworden. Anstrengender kann Filmegucken nicht sein, auch wenn es dem Auge schmeckt. Aber mit Sicherheit wird es wieder die Pseudo-Intellektuellen geben, die laut rufen, dass es sich bei "Knight of Cups" um ein filmisches Kunstwerk handelt, obwohl sie nichts verstanden haben. In der Hoffnung Anerkennung abzusahnen, für ihren guten Geschmack. Jeder Zuschauer mit einem Fünkchen Hirn merkt aber schnell, dass Malick ein Blender ist, der seine esoterischen Ansätze als große Philosophie verkaufen will. Bitte bewahre uns vor dem Malick!

Fazit: 40 %

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