5. Januar 2016

Legend

© StudioCanal

Regie: Brian Helgeland
Land / Jahr: Großbritannien, Frankreich 2015












London in den 50er und 60er Jahren: Das Londoner East End wird von den beiden Kray Brüdern (beide: Tom Hardy) kontrolliert. Während Reggie Kray sich in Frances Shea (Emily Browning) verliebt, schafft es Ronnie nur mit der Hilfe seines Bruders aus einer Anstalt für Geisteskranke.
"Legend" von Brian Helgeland bietet eine geballte Ladung Tom Hardy. Der Briten-Broken spielt gleich beide Brüder auf einmal, schließlich waren auch die echten Kray-Brüder eineiige Zwillinge. Ein riskantes Unterfangen, dass Helgeland handwerklich absolut sauber umsetzt: Es fällt an keiner Stelle auf, dass Hardy nur mit sich selbst spielt. Dabei gibt es zahlreiche Szenen, in denen Ronald und Reggie gleichzeitig die Leinwand beherrschen.
Dass die beiden Herren nicht sonderlich zimperlich sind, wird mit einigen Brutalitäten attestiert. Immer wenn es zur Sache geht, langen der knallharte Reggie und der durchgeknallte Ronnie ordentlich zu und bearbeiten ihre Widersacher auch gerne mal mit Hämmern, Glasflaschen oder Schlagringen. Schusswaffen kommen nur sehr selten zum Einsatz, aber der Film spielt ja auch nicht in den Staaten.
Raubüberfälle und Brandstiftungen, für die die echten Brüder berüchtigt waren finden keine Beachtung in Helgelands Film, es geht eher um innere Angelegenheiten. Die einzigen "Geschäfte" die ihren Weg auf die Leinwand finden sind Schutzgelderpressungen und Deals mit der US-Mafia. Besonders wichtig war dem Regisseur auch die Beziehung Reggies mit Frances Shea, die als eine Art Gewissen für den weniger irren Kray fungiert. Allerdings hat sie damit trotz ihres aufrichtigen Gemütes wenig Erfolg.
Aufgrund einiger recht blutiger Meinungsverschiedenheiten ist "Legend" nicht für empfindliche Zuschauer geeignet. Diese doppelte Ladung Testosteron richtet sich vor allem an die Herren auf den Kinosesseln. Etwas mehr von den tatsächlichen "Geschäften" hätte dem Film sicherlich gut getan, aber auch so ist dieser 132-minütige Ausflug in die Unterwelt Londons Mitte des vergangenen Jahrhunderts niemals langweilig.

Fazit: 70 %

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