29. Januar 2016

Program, The - Um jeden Preis

© StudioCanal

Regie: Stephen Frears
Land / Jahr: Großbritannien, Frankreich 2015












Lance Armstron (Ben Foster) ist kein Topathlet unter den Radfahrern, dafür ist der Amerikaner aber umso einfallsreicher was den Einsatz von verbotenen leistungssteigernden Mitteln betrifft. Er baut ein Doping-Kartell um sich herum auf, das es ihm ermöglicht, gleich siebenmal die Tour de France zu gewinnen. Doch der hartnäckige Journalist David Walsh (Chris O'Dowd) ist dabei ihn zu entlarven.
Egal wie groß die Verachtung gegenüber Lance Armstrong, einem der schlimmsten Sport-Verbrecher aller Zeiten, auch sein mag, nach dem Gucken von "The Program" wird sie sich um ein Vielfaches vergrößert haben. Das liegt aber nicht an der Qualität des Filmes. Diese ist nämlich gerade einmal durchschnittlich.
Drei große Probleme hat "The Program": 1. und das ist sehr schnell erzählt: Ben Foster spielt sehr sehr schwach. Er spielt keinen Menschen mit Höhen und Tiefen, sondern einen abgrundtief bösen Sport-Dämon. 2. Armstrong wird nie als Freund, nie als Familienmensch gezeigt. Es geht immer nur um sein Doping-Treiben und somit fällt die Charakterzeichnung auch aus Sicht von Regie und Drehbuch ziemlich oberflächlich aus. 3. Stephen Frears Film ist nahezu undramaturgisch. Alle Ereignisse werden höhepunktfrei abgespult.
Die besten Momente hat Sundy-Times-Journalist David Walsh, der sich nicht von seinem Weg abbringen lässt und allen Widerständen trotzt. Ebenfalls fällt Jesse Plemons mal wieder positiv auf, der den Racheengel Floyd Landis spielt. Ob es Absicht ist, dass Stephen Frears genau dann auf ihn schneidet, als gerade über Matt Damon gesprochen wird, ist unklar. Der Witz an der Sache ist aber, dass Plemons eine nicht zu leugnende Ähnlichkeit mit dem Hollywood-Superstar hat.
"The Program" ist nicht mit einem Biopic alá "Steve Jobs" oder "Hitchcock" zu vergleichen, zwei Filme an denen das Werk des titelgebenden Menschens an einzelnen Momenten fastgemacht wird. Frears hingegen versucht den Betrug über mehrere Jahre chronologisch zu erfassen. Das macht er akribisch und mitunter überhastet. Frears will einfach zu viel und das Ergebnis verliert dabei eine Menge.
In "The Pogram" zeigt Stephen Frears einen Lance Armstrong, der nicht nur ein kaltblütiger Super-Betrüger ist und der für seinen persönlichen Erfolg auch den Untergang der gesamten Sportart hinnimmt. Er wird zudem auch als überheblicher, arroganter Mensch gezeigt, dem es egal ist, hart trainierende Konkurrenten mit Doping um ihre verdienten Siege zu bringen. Als Chronologie interessant, filmisch sehr blass.

Fazit: 55 %

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