10. Februar 2016

Babe, The - Ein amerikanischer Traum

© KSM

Regie: Arthur Hiller
Land / Jahr: USA 1992












George Ruth (John Goodman), von allen nur "Babe" genannt, wird Anfang des 20. Jahrhunderts als kleiner Junge in einem Waisenhaus abgegeben. Einer der Mönche, die auf ihn aufpassen, bemerkt schnell Babes unfassbares Talent dafür, einen Baseball zu schlagen. Der Aufstieg zu dem größten Baseball-Spieler aller Zeiten wird noch nicht einmal von Babes exzentrischer Lebensweise gestoppt.
Babe Ruth ist die größte Legende, die der Baseball jemals hervorgebracht hat. Sporthistoriker mutmaßen, dass viele seiner zahlreichen Rekorde niemals gebrochen werden können. Und weil der Amerikaner seine Sport-Legenden liebt, bekommen sie besonders gerne auch ein filmisches Denkmal gesetzt.
Erfreulicherweise legt Arthur Hiller besonders viel Wert darauf, den Menschen Babe Ruth zu zeichnen, der von einem John Goodman in Topform gespielt wird. Der füllige Sportler mit dem launig-kindlichem Temperament hätte wohl von kaum einem anderen Darsteller derart schelmenaft gespielt werden können.
Und Babe hat wirklich eine Meeeeeeeeeeeenge verrücktes Zeug gemacht. Immer und immer wieder zeigt der Film, dass der Mann soviel Talent für das Spiel hatte, dass er ohne viel Training und trotz enormen Alkoholkonsums und nur ein paar Stunden Schlaf pro Nacht Spiele im Alleingang entscheiden konnte - mit eingebautem Homerun-Abonnement.
Unerfreulicherweise gelingt es Arthur Hiller aber weniger gut in dieser - vor allem was Kostüm und Ausstattung betrifft - aufwändigen Biographie, die sportliche Karriere zu strukturieren. Bis auf den Verkauf an die New York Yankees gibt es kaum ein Ereignis, dass als eine Art Zäsur in der Handlung fungiert. Ob sich der Film jetzt in seiner Prämierensaison 1914 befindet oder zwei, drei Jahre später, das scheint Hiller selbst nicht zu wissen. Denn eigentlich ist der Sport in diesem Film nur nebensächlich und das sollte er bei einer Sportler-Biographie niemals sein.
"The Babe - Ein amerikanischer Traum" ist nicht einmal ansatzweise so großartig wie sein Vorbild. Drehbuch und Regie verschenken einfach zu viel von dem, was möglich gewesen wäre und scheinen maßlos überfordert mit dieser großen Geschichte. Dennoch kann man mit dieser Sportler-Biographie eine Menge Spaß haben, weil das Tempo hoch ist und nicht davor gescheut wird, die Legende zu dekonstruieren. Denn Babe wird nicht nur als Hedonist, sondern auch noch als sagenhaft ungebildet dargestellt - und John Goodman spielt beides mehr als überzeugend.

Fazit: 55 %

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen