28. Februar 2016

Deadpool

©20th Century Fox

Regie: Tim Miller
Land / Jahr: USA 2016












Da hat Wade (Ryan Reynolds) endlich eine Frau gefunden, die zu ihm passt und dann wird Krebs im Endstadium bei ihm diagnostiziert. Eine Möglichkeit gibt es aber noch für das Großmaul: Ajax (Ed Skrein) kann ihn heilen und so zu einem Superhelden machen. Dankbar ist Wade Ajax allerdings keineswegs, jetzt ist er nämlich ziemlich unansehnlich.
"Deadpool" ist der etwas andere Comic-Held, der gerne mal ordentlich zulangt und nicht für jüngere Zuschauer gedacht ist. Wie in "Kick-Ass" oder "Super" ist Wade alias Deadpool eher so der Guerilla-Held, der seine eigenen Interessen verfolgt, anstatt "Gutes" zu tun. Und Rache steht ganz oben auf der Liste von dem roten Rächer.
Gleich auf drei Ebenen will "Deadpool" frecher sein als andere Comic-Verfilmungen. Zum einen gibt es Pimmel-Witze en Masse. Dabei sind es nicht so kleine Frechheiten, sondern von einem ganz derben Kaliber und absolut nicht für Kinder geeignet. Die Grenze des guten Geschmacks wird dabei gewollt oft beziehungsweise permanent übertreten, dennoch nicht ohne eine gehörige Portion Charme. Deadpool ist einfach ein kleiner Junge, der gerne flucht. Er ist der Hauptgrund, warum der Film wirklich Spaß macht.
Auf den anderen beiden Ebenen funktioniert das jedoch weniger gut. Die schmutzigen Sexszenen sind so dermaßene Pseudo-Ferkeleien, denn wie üblich in den USA sieht man nichts. Nichts. Gar nichts. Selbst die Brüste von Reynolds Filmliebe Morena Baccarin, werden immer gekonnt abgedeckt. Die Amis heucheln mal wieder Sexualität.
Auch in Punkto Gewalt ist alles halb so wild. Ja, es fließt recht viel Blut, aber es ist alles überzogen und vor allem kommen die Blutfontänen aus dem Rechner. Das sieht bei Weitem nicht so saftig aus wie in einem "Kill Bill", wo die abgehackten Köpfe und Gliedmaßen noch liebevoll handgemacht worden sind.
Größter Negativaspekt ist der farblose Antagonist Ajax. Dieser eigentlich intelligente Bösewicht vehält sich nahezu in jeder Szene unlogisch, nur um möglichst fies zu wirken. Obwohl er um Deadpools Selbstheilungskräfte weiß, lässt er seine Schergen mit Maschinengewehren auf ihn schießen. Auch nach der 1000. Kugel haben die bösen Jungs nicht gelernt, dass sie Deadpool so nicht loswerden. Dennoch wird vollkommen hirnlos weiter geballert. Wie so oft wird das Finale damit zum schlechtesten Teil des Filmes - wie es bei Comic-Verfilmungen eigentlich in den meisten Fällen so ist. Es geht nur noch um Effekthascherei.
"Deadpool" ist bei vielen Figuren zwar einfallsreich, inhaltlich wird aber die immer gleiche Geschichte erzählt. Unterhalten wird man ziemlich gut, vor allem die Begegnungen mit den Saubermännern au der X-Men-Schmiede sind nett inszeniert. Wäre ich noch 16 bis 20 Jahre alt hätte ich den Film wahrscheinlich gefeiert, jetzt ist er allerdings wenig beeindruckend und lediglich gutes Entertainment mit einer langweiligen Geschichte.

Fazit: 60 %

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