8. Februar 2016

Vorsehung, Die

© Concorde

Regie: Afonso Poyart
Land / Jahr: USA 2015












Agent Joe Merriweather (Jeffrey Dean Morgan) und Agent Katherine Cowles (Abbie Cornish) ermitteln in einer mysteriösen Mordserie und scheinen auf der Stelle zu treten. Die entscheidenden Hinweise soll Dr. John Clancy (Anthony Hopkins) liefern, der in die Zukunft und in die Vergangenheit sehen kann. Doch sein Gegner hat ähnliche Fähigkeiten.
Ein Film hat Anthony Hopkins im Jahre 1991 untrennbar mit dem Thriller-Genre verwoben: "Das Schweigen der Lämmer". In diesem unvergesslichen Serienkiller-Film stand Hopkins als Psychiater Dr. Hannibal Lecter wunderbar zwischen den Fronten, denn einerseits ist er ein bestialischer, aber hochgebildeter Kannibale, andererseits reizt es ihn, seine geistigen Fähigkeiten dazu einzusetzen, um den Frauenmörder "Buffalo Bill" in die Fänge des FBI zu treiben.
Diese geistigen Fähigkeiten hat er in "Die Vorsehung" ebenfalls, allerdings diesmal sehr, sehr wörtlich genommen. Und diesmal hat sein Gegner, die selben Fähigkeiten - mit dem Unterschied, dass der von Colin Farrell gespielte Killer noch genauer in die Zukunft sehen und diese somit noch viel besser beeinflussen kann.
Und wie kann man einen Menschen fangen, die immer schon vorher weiß, was passiert? Nein, jetzt kommt kein Spoiler für eine unfassbar gute und logische Handlungswendung, die Erklärung ist so platt wie nur möglich: Gar nicht, außer er will gefasst werden. Naja, und das macht den Film nur noch ein kleines bisschen spannend.
Abgesehen davon wirkt die Wahl von Colin Farrell für die Rolle des Serienkillers wie der Versuch, den möglichst ungeeignetesten Schauspieler überhaupt zu finden. Farrell spielt als ob er gar keine Lust auf diesen Film gehabt hätte. Ob ihn das liebe Geld gelockt hat oder die Rolle in "Die Vorsehung" ein Freundschaftsdienst gewesen ist, ist egal. Fakt ist: Farrell wirkt völlig deplaziert und gänzlich unglaubwürdig.
"Die Vorsehung" ist ein netter Thriller, bei dem Oskarpreisträger Anthony Hopkins an gute alte Zeiten erinnert. Die Handlung ist zwanghaft durchkonstruiert, kann aber unterhalten. Colin Farrell ist der absolute Tiefpunkt in diesem durchschnittlichen Film. Weniger bedrohlich wäre kaum möglich gewesen.

Fazit: 50 %

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