7. März 2016

Bando und der goldene Fußball

© Schröder Media

Regie: Cheik Doukouré
Land / Jahr: Frankreich, Guinea 1994












Der kleine Bandian (Aboubacar Sidiki Sumah) lebt in ärmlichsten Verhältnissen in einem afrikanischen Dörfchen. Sein größter Wunsch ist es, einmal Profi-Fußballer zu werden. Mehr durch Zufall verlässt er sein Dorf und landet in Guineas Hauptstadt Conakry, wo er von Karim (Salif Keïta), dem Trainer einer Fußball-Mannschaft entdeckt wird.
Noch bevor der afrikanische Fußballverband im Jahr 1992 begann den Preis für "Afrikas Fußballer des Jahres" zu vergeben, hat die französische Fußball-Zeitung France Football die Ehrungen durchgeführt - das erste Mal 1970. Gewinner war Salif Keïta aus Mali, der damals bei AS Saint-Étienne spielte und dessen Lebensgeschichte in "Bando und der goldene Fußball" erzählt wird.
Der Film ist eine französisch-guineische Koproduktion und deswegen wurde aus dem Wunderkind aus Mali ganz einfach ein Wunderkind aus Guinea. Der Kleine heißt auch nicht mehr Salif, sondern Bandian. Ansonten hält sich der Film aber ziemlich gut an die Biographie des echten Talentes, dass den Sprung aus tiefster Armut bis in den europäischen Topfußball schaffte und auch für sein Heimatland Mali Länderspiele absolvierte.
Es geht in "Bando und der goldene Fußball" weniger um eine konkrete Lebensgeschichte, sondern um den afrikanischen Fußball im Allgemeinen. Darum wie es möglich ist, den nicht besonders günstigen Bedingungen zu trotzen und aus dem Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Denn Unterstützung bekommt der kleine Bandian nahezu keine. Alle wollen ihm den Traum ausreden, er soll lieber zur Schule gehen.
Durch einen Zufall beginnt Bandians Reise durch Guinea, die ihn zu schmutzigen kleinen Jobs führt. Seine Fußballkunst kann das kleine Talent nur selten zeigen. Als er eines Tages auf das Feld während eines Erwachsenen-Spiels läuft, begeistert Bandian die Zuschauer - und hat das Glück von einem Talentsucher gefilmt zu werden. Dieser will ihn jedoch nur ausbeuten und so ist es Bandians Glück, dass ihn Karim in seiner Fußball-Akademie in der Hauptstadt aufnimmt.
Aboubacar Sidiki Sumah spielt den kleinen Schelm mit kindlicher Naivität, was ihn umso sympathischer macht. Sein Trainer Karim, der ihm den Sprung nach Frankreich ermöglicht wird von Salif Keïta persönlich gespielt, dessen Geschichte die Vorlage ist.
Abseits der guten Unterhaltung sind die Wendungen aber kindlich naiv erzählt. Da wurde schon eine Menge im Drehbuch aufpoliert, was wohl niemals auch nur annähernd so gewesen ist. "Bando und der goldene Fußball" hat den Charme eines Bud-Spender-und-Terence-Hill-Abenteuers und verschafft sich somit jede Menge Sympathien und verliert dadurch gleichzeitig viel Ernstaftigkeit.
Dass auch in Afrika Fußball gespielt werden kann, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Die Probleme, die junge Ball-Fanatiker aber haben, bis sie endlich einmal in einem Team spielen und trainieren können sind aber wohl einzigartig für den schwarzen Kontinenten. Das zeigt Cheik Doukourés Film leider nicht immer mit der nötigen Seriösität. Dennoch macht diese Geschichte viel Spaß, weil sehr viel Handlung in wenig Zeit gepackt wurde und so ein hohes Tempo vorgegeben wird. Sehenswert, wenn auch oftmals übertrieben.

Fazit: 60 %

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