8. März 2016

Ewige Jugend

© Wild Bunch

Regie: Paolo Sorrentino
Land / Jahr: Italien, Frankreich, Großbritannien, Schweiz 2015











In einem Nobel-Ressort in den Schweizer Alpen verbringen der Star-Komponist Fred Ballinger (Michael Caine) und sein Kumpel, der Alt-Regisseur Mick Boyle (Harvey Keitel) ein paar entspannte Wochen. Während Fred ein Angebot bekommt, vor dem britischen Königshaus aufzutreten, schreibt Mick an dem Drehbuch zu seinem neuen Film.
"Ich bin ein Frauen-Regisseur", sagt Mick Boyle über sich selbst in Paolo Sorrentinos neustem Streich. Damit wäre er wohl gerne wie der italienische Maestro Federico Fellini, der als eben solcher galt. Auch Sorrentino scheint seinem legendären Landsmann nachzueifern, erinnert sein Einblick in die Welt der Reichen und Schönen in einem exklusiven Alpen-Hotel doch sehr an eines von Fellinis Meisterwerken: "Achteinhalb".
Was Sorrentino nahezu ebenso famos gelingt wie seinem Vorbild, ist verschiedenste Archetypen der Upper-Class zu zeichnen. Filmregisseure, Komponisten, Fußballstars und Pop-Sternchen - sie alle schalten auf ihre, meist sehr exzentrische Art und Weise, in dieser abgeschiedenen Bleibe ab. Darunter sind viele amüsante Momente, beispielsweise mit dem quallenförmigen Diego Armando Maradona oder dem Hollywood-Star Jimmy Tree (Paul Dano), der auch gerne mal im Hitler-Kostüm durch die Gegend streift.
Andere Figuren, allen voran der schamlose Pop-Star Paloma Faith (sie selbst), sind leider nur Randnotizen. Diese kleinen Auftritte sind zwar nett, aber dadurch, dass sie in keiner zweiten Szene thematisiert werden, leider auch unbefriedigend und mitunter überflüssig. Das sind die Momente in denen weniger oder mehr mehr gewesen wären. Dieser Mittelweg aber nicht.
Obwohl die Bilder sehr stil- und geschmackvoll sind und obwohl die Figuren größtenteils interessant, so kann "Ewige Jugend" nicht mit Sorrentinos meisterhaftem Vorgänger "La Grande Bellezza - Die große Schönheit" mithalten. Dort waren die Bildkompositionen nicht nur nahezu perfekt, vor allem die Dialoge waren ausgereifter, intellektueller und faszinierender.
"Ewige Jugend" liefert einen wunderbar ironischen Blick auf die feinen Herrschaften und die Sphären, in denen sie sich bewegen. Den Erwartungen, die fast so hoch waren wie die Alpen, wird Paolo Sorrentino allerdings nicht gerecht. Da können auch zwei tolle Hauptdarsteller und außergewöhnliche Bilder nicht abhelfen. Dass der Italiener aber auf dem richtigen Weg ist, wird ihm wohl niemand abstreiten wollen.

Fazit: 75 %

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