23. März 2016

Kandidat, Der - Macht hat ihren Preis

© Splendid

Regie: Austin Stark
Land / Jahr: USA 2015












Der Kongressabgeordnete Colin Pryce (Nicolas Cage) strebt eine dicke Polit-Karriere an und möchte Senator werden. Da bietet sich natürlich die Bohrinsel-Katastrophe im Golf von Mexiko an, bei der sich Pryce eindrucksvoll für die notleidenden Menschen einsetzt. Doch Pryce macht einen schwerwiegenden Fehler und lässt sich auf eine Affäre ein, an der er zu zerschellen droht.
Es hätte eine Win-win-Situation werden können: Regisseur Austin Stark hatte ein politkritisches Drehbuch parat, für dass er nur noch einen echten Hollywood-Star brauchte. Mime Nicolas Cage hat schon lange keine Film-Konflikte mehr ohne eine Schusswaffe gelöst und könnte mal wieder etwas Kritiker-Lob gebrauchen.
Was sich so logisch liest, funktioniert natürlich nicht so leicht, wie es sich das Duo Stark-Cage wohl vorgestellt hatte. Es ist fast schon irritierend, dass Cage bei seinem ersten Disput nicht einfach eine fette Kanone aus der Tasche zieht und seinen Gegenspieler wegpustet. Als nach 30 Minuten immer noch niemand sterbend auf dem Boden gelegen hat, wird klar: Die Jungs meinen es wortwörtlich "ernst".
Aber auch wenn Cage einen Goldjungen im Schrank stehen hat, so sollte auch Stark mitbekommen haben, dass "Leaving Las Vegas" der einzig helle Moment in dessen Karriere war und dass der schon mehr als 20 Jahre zurück liegt. Seit dem ist es schon ein Höhepunkt für Cage wenn sein neuster Streich es überaupt noch in die Kinos schafft und nicht direkt auf DVD gepresst und verramscht wird.
Dass der Schauspiel-Veteran und der Regie-Neuling sich wirklich Mühe geben und nicht einfach nur den üblichen hirnlosen Entertainment-Schwachsinn aus Hollywood runterspulen wollen, das merkt man beiden an. Die Figuren, die Handlung, die Intention: Alles ist ordentlich durchdacht, scheitert aber an den Limitierungen der beiden Künstler.
"Der Kandidat - Macht hat ihren Preis" zielt darauf ab, sowohl den Autorenfilmer als auch den stigmatisierten Star in die A-Liga der US-Filmindustrie zu pushen. Doch auch wenn es viel ehrenhaftes über diesen Film zu berichten gibt, so bleibt er dennoch unterdurchschnittlich gespielt, mäßig inszeniert und holprig geschrieben. Und ausnahmsweise hätte Cage es nach Jahren der Kino-Hölle mal wieder verdient gehabt, einen Hit zu landen mit diesem Werk. Dafür muss man aber wohl mit Profis zusammenarbeiten.

Fazit: 45 %

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen