18. März 2016

Lethal Warrior

© Splendid

Regie: Pou-Soi Cheang
Land / Jahr: China, Hongkong 2015












Gefängniswärter Chatchai (Tony Jaa) hat große Sorgen, denn seine achtjährige Tochter ist an Leukämie erkrankt und braucht dringend eine Knochenmarkspende. Bei seiner verzweifelten Suche kommt er einem Syndikat von Organhändlern auf die Schliche, das von dem herzkranken Hung Mun-Gong (Louis Koo) geleitet wird.
Für den zweiten Teil von "Saat po long" war nicht mehr Donnie Yen das große Zugpferd, man setzte auf den ein paar Jahre jüngeren thailändischen Martial-Arts-Superstar Tony Jaa. Der hat sich vor allem mit dem großartig inszenierten "Revenge of the Warrior" ein unvergessliches Kampfsport-Denkmal gesetzt. Denn dieser hat nicht nur großartige Plansequenzen, sondern auch hervorragend choreographierte Kämpfe und Stunts.
Was direkt bei Filmstart auffällt: Tony Jaa scheint für die Dreharbeiten nicht so richtig in Form gekommen zu sein, er wirkt aufgequollen. Diese böse Ahnung bestätigt dann auch in nahezu jeder Einstellung von "Lethal Warrior". Bekannt wurde Jaa mit seiner sagenhaften Körperberrschung, sprang er doch beispielsweise mit allen Gliedmaßen voran durch einen kleinen Ring in "Ong-Bak" und lieferte unfassbare Stunts wie diesen reihenweise in "Revenge of the Warrior". Hier in "Lethal Warrior" gibt es aber nur eine einzige derart imposante Actionszene: Wenn Jaa mit den Knien voran durch die Windschutzscheibe eines Busses springt.
Aber nicht nur, dass Jaa kaum nennenswerte Stunts zeigt, insgesamt gibt es wenig zu kämpfen - vor allem für den thailändischen Superstar selbst. Und wenn dann mal die Fäuste fliegen, dann ist es zwar gut choreographiert, aber hat niemals das immense Tempo, das zu erwarten gewesen wäre. Die Prügeleien sind nett für den Moment, aber sofort wieder vergessen.
Auch die Handlung zielt darauf ab, einen clever durchdachten Thriller auf die Leinwand zu bringen, baut aber kaum Spannung auf. Was Regisseur Pou-Soi Cheang auch so alles falsch macht - er beweist kaum Gefühl für Timing und Struktur -, das kann Kamermann Kenny Tse mit vielen einfallsreichen Einstellungen immerhin teilweise wieder kitten. Tses Bilder sind der einzig überaus positive Aspekt dieses Martial-Arts-Streifens.
"Lethal Warrior" zeigt einen Tony Jaa, der kaum zu kämpfen hat, weil er wahrscheinlich auch nicht mehr so in form ist, wie noch vor ein paar Jahren. Die Handlung ist dürftig, die Actionszenen schlecht inszeniert. Die drei hängenden Herrschaften im Finale haben die Absurdität und Albernheit eines Hollywood-Filmes. Tony Jaa setzt keine Standards mehr in einem Actionfilm-Subgenre, dass er vor ein paar Jahren noch erobern wollte.

Fazit: 40 %

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