22. März 2016

London Has Fallen

© Universum

Regie: Babak Najafi
Land / Jahr: Großbritannien, USA, Bulgarien 2016












Nach dem Tod des britischen Premierministers reist der US-Präsident (Aaron Eckhart) unter anderem mit seinem Sicherheitschef Mike Banning (Gerard Butler) nach London zur Trauerfeier. Doch während sich die Staatsmänner aus der ganzen Welt in Englands Hauptstadt treffen, wird diese von Terroristen heimgesucht. Und nur Mike kann das Leben des US-Präsidenten retten.
2013 passierte einer der größten Alpträume für Filmproduzenten, denn mit "Olympus Has Fallen" und "White House Down" kamen zwei Fillme innerhalb von wenigen Monaten in die Kinos, die eine sehr, wirklich sehr ähnliche Geschichte erzählen. Einen großen Unterschied gab es aber doch zwischen den beiden Angriffen auf das Weiße Haus: Während Roland Emmerichs Version wesentlich mehr auf Komik setzt und ab zwölf Jahren freigegeben ist, schlägt der "London Has Fallen"-Vorgänger eine deutlich härtere Gangart ein und ist erst ab 16 Jahren freigegeben.
Und zu dieser Knallhart-Variante gibt es jetzt einen Nachfolger, bei dem Präsidentenbeschützer Mike Banning ähnlich vom Schicksal verfolgt wird, wie John McClane in "Stirb langsam": Er ist einfach immer genau da, wo die fetten Probleme anfallen. Diesmal muss er sogar nicht "nur" das Weiße Haus, sondern eine ganze Stadt befreien und gleichzeitig noch den US-Präsidenten babysitten.
Das macht in der ersten halben Stunde des Filmes auch noch richtig Spaß. Denn anfangs macht sich Regisseur Babak Najafi noch die Mühe, dem Zuschauer eine plausible Erklärung zu liefern, warum das Treffen in London stattfindet, er erklärt Bannings Beweggründe, warum dieser seinen Job eigentlich kündigen will und er nimmt sich auch Zeit seine Figuren einzuführen.
Mit der ersten Explosion im Reich der Queen ist es aber dahin mit der Logik. Es gibt keine Erklärung, wie die Terroristen er geschafft haben, dieses mega-überwachte Arreal mit Sprengsätzen zu verminen. Und von da an ballert Banning stumpf rum, als wäre er eine Figur in einem Ego-Shooter. Er rennt einfach so über das Schlachtfeld, als wüsste er, dass der größte Star in einem Film nicht am Anfang abgeknallt werden kann.
Natürlich trifft das nicht auf die Terroristen zu, die sich reihenweise von dem Super-Menschen - klar, er ist ja auch US-Amerikaner - über den Haufen schießen lassen. Und das alles passiert nicht, weil Banning sich ein paar intelligente Fallen ausgedacht hat oder andere Tricks, um die zahlenmäßige Überlegenheit der bösen Jungs zu kompensieren. Nein, es passiert ganz einfach, weil er hunderttausend Mal Glück hat, dass die Kugeln einfach so an ihm vorbei schwirren.
Die schicke Aufmachung, ein paar witzige Momente und jede Menge stellenweise echt toughe Action machen schon Spaß, inhaltlich hat man sich aber kaum etwas Neues einfallen lassen. Und das nicht nur im Vergleich mit dem Vorgänger, sondern im Vergleich mit dem ganzen Einer-gegen-Alle-Subgenre des Actionfilms.

Fazit: 50 %

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