14. März 2016

Pan

© Warner

Regie: Joe Wright
Land / Jahr: USA, Großbritannien, Australien 2015












Waisenjunge Peter (Levi Miller) wird, so wie viele anderen Kinder in den stürmischen Zeiten des Weltkrieges, nach Nimmerland entführt. Dort herrscht der gnadenlose Pirat Blackbeard (Hugh Jackman), der die Kinder als Sklaven zur Arbeit in seinen Minen zwingt. Für Peter ist allerdings ein anderes Schicksal bestimmt
Für Hollywood gehört es mittlerweile dazu, dass in Filmen, die ganz eindeutig für Kinder bestimmt sind, Tötungen, Hinrichtungen und haarsträubende Actionszenen gezeigt werden. "Pan" ist einer der Vertreter, bei dem in einer Tour Widesacher einen Messer-Bummerang in den Rücken geworfen bekommen, es standrechtliche Exekutionen durch den Piratenanführer gibt und die Figuren alles dran setzen, andere Lebewesen umzubringen. Aber egal, ob die Kamera im entscheidenden Moment wegschneidet oder die Bilder durch die Inszenierung verharmlost werden, solche Themen und Szenen haben in Kinderfilmen nichts zu suchen.
Abseits dessen hat Joe Wright für seinen ziemlich seelenlosen Fantasy-Actionfilm ein strammes Budget von 150 Millionen Dollar bekommen und es schön in den Sand gesetzt. Er entschied sich für ein Produktions Design, das völlig optisch völlig unattraktiv ist. Und an dessen Spitze der Bösewicht des Filmes steht, der von Hugh Jackman gespielt wird. Da dachte sich der gute Hugh, mit so einer Rolle aus einer seit Jahrzehnten beliebten Geschichte könne man nichts falsch machen, aber da hat er die Rechnung ohne sein Filmteam gemacht.
Federboa, Perlenohrring und lächerliche Kombination aus Glatze und Bärtchen - Will Blackbeard Peter vernichten oder verführen? Wer entschied bitte, dass Jackman als Transvestit besonders bedrohlich sein könnte? Wenn er in seiner Einleitungsszene singend auf das Piratenschiff läuft, dann wirkt das wie eine völlige Fehlentscheidung, was Kostüm, Make-up, Regie und Produktions Design betrifft.
Nicht besser macht es die Überfrachtung mit Spezial Effekten, aber irgendwo muss das Geld ja hin. Keine gute Wahl waren die CGI-Nimmer-Vögel, auf denen Peter mitunter sogar reitet, die aussehen als wären sie ein Plastikspielzeug aus "Toy Story" - aber hier sollen sie echte Lebewesen sein.
Abseits all der Design-Verfehlungen bekommt der Zuschauer eine oberflächliche Vorgeschichte, die lediglich darauf aus ist, ordentlich Geld zu machen. Wenigstens das ging nach hinten los, schließlich war "Pan" einer der größten Flops des Jahres an den internationalen Kinokassen. Die Handlung ist nur auf Spektakel mit einigen Gewalttaten ausgerichtet und für Kinder ungeeignet. Die kreativen Entscheidungen können immerhin als schlechte Beispiele herhalten, wie man keine Zuschauer in die Kinos lockt. "Pan" könnte eine perfekte "RTL-Weltpremiere" sein.

Fazit: 35 %

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