5. März 2016

Regression

© TOBIS

Regie: Alejandro Amenábar
Land / Jahr: Spanien, Kanada 2015












Minnesota 1990: Bruce Kenner (Ethan Hawke) übernimmt einen ganz speziellen Fall, bei dem ein Vater die Vergewaltigung seiner Tochter (Emma Watson) gesteht. Auch scheint es Zusammenhänge mit einem Satans-Kult zu geben. Allerdings kann sich der mutmaßliche Vergewaltiger nicht an seine Tat erinnern und auch die Ermittlungen bezüglich der satanischen Rituale verlaufen ins Leere.
Der spanische Regisseur Alejandro Amenábar hat sich noch keinen Fehltritt erlaubt und mit "Das Meer in mir", "Tesis - Faszination des Grauens" oder "The Others" schon einige Filmperlen hervorgebracht. Da springen hochrangige Hollywood-Stars natürlich schnell auf, wenn Amenábar einen neuen Film machen will.
Ethan Hawke und Emma Watson hatten allerdings weniger Glück mit dem spanischen Talent, das einen Hang zu düsteren Themen hat. Und auch der Spanier wird wenig erfreut über die Leistungen seiner Darsteller gewesen sein. Denn der satanische Thriller "Regression" kann auf keinem Gebiet überzeugen.
Die Darsteller sind schlicht und ergreifend schlecht gecastet. Emma Watson geht nie und nimmer als 17-Jährige durch. Da können die Make-up-Artists aus Hollywood sie noch so jung und unschuldig schminken, man sieht ihr einfach an, dass sie keine Jugendliche mehr ist. Da passt der "Harry Potter"-Star doch gleich mal sein Schauspiel an, denn was Watson bietet ist ebenfalls wenig überzeugend. Auch Ethan Hawke ist eine ziemliche Fehlbesetzung, passt er doch so gar nicht in die Rolle des cleveren Ermittlers. Und auch er tut nicht viel dafür, daran etwas zu ändern.
Amenábar selbst erzählt eine eigentlich sehr spannende Geschichte über teuflische Rituale in einer kleinen Stadt. Das erinnert oberflächlich an Atom Egoyans ebenfalls wenig gelungenen Ritualmord-Thriller "Devil's Knot", aber hier wird es weitaus weniger konkret. Es geht nicht um einen reinen Kriminalfall, sondern um ein psychologisches Labyrinth. Und letzteres hat Amenábar nicht im Griff. Der Film ist zu sprunghaft, kann seine düstere Atmosphäre nur partiell abrufen.
In der zweiten Hälfte macht sich zunehmend Enttäuschung breit, denn Vieles, was sehr verheißungsvoll eingeführt und erzählt wurde, stellt sich dann doch anders dar. Im Laufe des Filmes verliert Amenábars Werk an Qualität, auf die man bei der Filmographie des Filmemachers eigentlich hoffen durfte.
"Regression" ist Alejandro Amenábars erster enttäuschender Film. Die Darsellerleistungen sind schwach, die vielversprechende Geschichte verliert immer mehr an Schwung und kann zwar unterhalten, aber ist weder düster genug, noch interessant genug, um zu fesseln. Viele unglückliche Wendungen in der Geschichte sind leider der Grund dafür. Aus diesem Stoff hätte man durchaus mehr machen können.

Fazit: 50 %

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