31. März 2016

Sie waren Helden

© Warner

Regie: McG
Land / Jahr: USA 2006












Am 14. November 1970 stürzt in der Nähe von Huntington im Bundesstaat Virginia ein Flugzeug ab. An Bord des Fliegers waren die Mannschaft und Funktionäre der Football-Mannschaft der Marshall Universität. Nach dem Schock kommt die Qual der Wahl: Sollte Marshall ein neues Football-Team aufstellen oder wäre es eher im Sinne der Toten, das Programm einzustellen?
Die Tragödie, die die Kleinstadt Huntington heimsuchte, beruht auf wahren Begebenheiten. Dabei ist es schon ungewöhnlich, dass für eine nur sehr bedingt glanzvolle Geschichte ein Regisseur wie McG engagiert wurde, der sich eher auf bunten Klamauk versteht. Immerhin macht es McG nicht so pathetisch wie es von ihm zu befürchten gewesen wäre - und wie vor allem der deutsche Verleihtitel vermuten lässt.
McGs Film ist in zwei große Teile geteilt: 1. Das Unglück und die Nachwirkungen, bei denen es vor allem um den Gewissenskonflikt geht, ob es wohl angebrachter wäre, das Programm weiter zu führen oder eben nicht. Der zweite Teile startet dann nach etwa einer Stunde mit dem Neuaufbau des Teams unter der Regie des neuen Cheftrainers Jack Lengyel (Matthew McConaughey). Allzu viel Football sollte somit kein Zuschauer erwarten, denn bis Marshall wieder eine Mannschaft hat, sind größte Teile des Filmes vorbei.
Besonders interessant ist bei "Sie waren Helden" nicht die Geschichte um den jungen Trainer, der keine Ahnung von der Marshall Universität oder der Stadt Huntington hat. Besonders interessant sind die Geschichten der jungen Männer, die aufgrund von Verletzungen nicht an Bord der Unglücksmaschine gewesen sind und somit überlebt haben. Denn die Überlebenden wissen so gar nicht, wie sie mit der Situation umgehen sollen.
Wo der Film ab Hälfte zwei hinführt, wird wohl für keinen Zuschauer eine Überraschung sein. Es geht vor allem darum, dem Drama trotz seiner traurigen Ausgangssituation noch ein Happy End im amerikanisch-patriotischen Stil zu verpassen. Wenigstens wird der Bogen dabei nicht zu schmonzettig überspannt.
In "Sie waren Helden" feiert McG die Unzerstörbarkeit der USA. Allerdings drückt er dabei nicht zu sehr auf die Tränendrüse und liefert ein (für ihn) erstaunlich menschliches Sportdrama ab. Höhepunkte sind vor allem die kleinen Szenen, beispielsweise wenn die Konkurrenz um Hilfe gebeten wird und Marshall aus Mitgefühl unter die Arme greift. Ein schönes Drama, das allerdings niemals so richtig tiefgründig wird. Dafür aber wird immerhin ordentlich aufbereitete US-Sportgeschichte geboten.

Fazit: 60 %

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