2. März 2016

Trumbo

© Paramount

Regie: Jay Roach
Land / Jahr: USA 2015












Ende der 1940er Jahre ist Dalton Trumbo (Bryan Cranston) der bestbezahlteste Drehbuchautor in Hollywood. Sein Engagement für die Kommunistische Partei der USA stößt allerdings in der Politik und der Presse übel auf. Als alle Kommunisten Hollywoods auf die Schwarze Liste gesetzt werden, arbeitet Trumbo unter anderen Namen weiter.
Kommunistischer Medienmensch nach dem Zweiten Weltkrieg in den USA konnte man nur aus absoluter Überzeugung sein, denn der Beschuss kam damals von allen Seiten. Die Politik war gegen die roten Künstler, sie wurden von der Gesellschaft diskreditiert, Hollywood schloss sie komplett aus. Da wurde auch bei den ganz Großen keine Ausnahme gemacht.
Im Gegensatz zu dem fiktiven Regisseur aus dem Polit-Drama "Schuldig bei Verdacht" war Dalton Trumbo eine Realperson, die diese Hexenjagd tatsächlich über sich ergehen lassen musste. Dabei hatten die Kommunisten-Hasser auch prominente Unterstützung von absoluten Superstars, allen voran John Wayne, der nicht nur in seinen Filmen als Cowboy auftrat.
Für das Stehaufmännchen Dalton Trumbo traf Regisseur Jay Roach eine Wahl, die kaum besser hätte sein können: Breaking-Bad-Star Bryan Cranston liefert die vielleicht beste Performance seines Lebens ab. Er ist das Zugpferd dieser Biographie, ist ein Intellektueller, der zu seinen Worten steht. Lässt sich aber auch kettenrauchend in der Badewanne zeigen. Er meckert seine Kinder an, weint, wenn er seinen Namen auf der Leinwand sieht. Ein echter Mensch mit hehren Idealen. All das ist Cranston in jeder Sekunde des Filmes in den kleinsten Fältchen seines Gesichtes anzusehen.
Der stellenweise etwas zu heitere Ton des Dramas ist auf den Regisseur selbst zurückzuführen. Jay Roach hat sich mit den "Austin Powers"- und den ersten beiden "Meine Braut, ihr Vater und ich"-Filmen einen Namen als Komödien-Regisseur gemacht, hat aber keinerlei Erfahrung mit ernsten Biographien. Das merkt man dem Film mitunter auch an, ist er doch in der einen oder anderen Szene unangebracht witzig. Im Großen und Ganzen sind diese kleinen Schönheitsfehler aber zu verzeihen.
Das Drehbuch zu dem Drehbuch-Film skizziert das toternste Thema nicht immer dem dem nötigen Todernst. Aber es bricht die Geschichte auf stilvolle und keineswegs triviale Weise massenverständlich auf einen gemeinsamen Nenner herunter. Im Mittelpunkt dieser Reise in eines der düstersten Kapitel der Geschichte Hollywoods strahlt Bryan Cranston mit seiner herausragenden Leistung. Logische Konsequenz für Cranston: Die Oscar-Nominierung.

Fazit: 75 %

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