20. April 2016

Dirty Grandpa

© Constantin

Regie: Dan Mazer
Land / Jahr: USA 2016












Oma wurde gerade erst unter die Erde gebracht, da hat Großvater Dick (Robert De Niro) nur noch einen Wunsch: Es will zum Spring Break. Da er behauptet seinen Führerschein verloren zu haben, muss ihn sein verklemmter Enkel Jason (Zac Efron) zu dem Party-Event fahren.
Eine Komödie mit einer Beerdigung einzuleiten ist immer schwierig. Man läuft Gefahr, dass der Film nicht so richtig schnell seine positive Comedy-Atmosphäre verbreiten kann. Wenn während einer Bestattung dann doch ein Gag nach dem anderen gefeuert wird, wirkt es schnell unpassend. Ein schmaler Grat also.
"Dirty Grandpa" scheißt auf jegliche Konventionen. Dan Mazer riskiert mit seiner Komödie nicht, dass er in die falsche Schublade gesteckt wird. Er tut einfach alles dafür, dass dem so ist. Immer wenn man denkt (oder hofft), dass es nicht noch geschmack- und niveauloser wird, setzt Mazer problemlos noch einen drauf.
Was diesen Film aber so in den Keller reißt, ist nicht die inhaltsfreie Handlung oder die mitunter ekelhaften und saudummen Gags. Schlimm ist, dass Robert De Niro für die Hauptrolle gewonnen werden konnte. Während Wein mit der Zeit der Legende nach immer besser wird, werden De Niros Filme immer schlimmer. Die Hollywood-Legende, der zweifache Oscarpreisträger hilft tatkräftig dabei, sein filmisches Erbe zu zerstören. Dieser notgeile Opa, dem vom Analverkehr mit Oma erzählt, seinem Enkel Drogen untermischt und jungen Studentinnen nachstellt, wäre sogar der Tiefpunkt eines Adam Sandlers oder Will Ferrells. Für einen De Niro ist es aber ein wesentlich härterer Fall. Die Film-Ikone knallt mit voller Wucht auf dem Boden der Geschmacklosigkeiten auf.
Ebenso skandalös ist die Freigabe der FSK. Die deutsche Film-Kontrollinstanz ist tatsächlich der Meinung, dass ein Film dessen Primärinhalte Sex, Drogen und derbste Beschimpfungen sind, passend für junge Menschen ab zwölf Jahren ist. Jemand, der noch nie Sex hatte, noch nie Drogen genommen hat und gar nicht weiß, wie mit solchen Inhalten umzugehen ist, wird als das adäquate Publikum für "Dirty Grandpa" eingeschätzt. Es braucht sich keiner wundern, dass die Jugend immer mehr verroht und verdummt, die FSK hilft da mit zahlreichen lächerlichen Freigaben aktiv mit.
"Dirty Grandpa" ist eine primitive Komödie für die einfachsten Gemüter. Wer sich freut, wenn auf der Straße eine alte Frau von einem Auto angefahren wird, der wird auch an "Dirty Grandpa" viel Freude haben. Es ist nicht so, dass der Film gänzlich unlustig wäre, aber das gesamte Gerüst ist bösartig. Während Zac Efron als verklemmter Schnösel-Enkel noch ganz passabel ist, so ist De Niros Rolle einfach nur traurig. Tiefer wird der einstige Leinwand-Liebling kaum noch sinken können.

Fazit: 35 %

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