14. April 2016

House of the Devil

© ALIVE

Regie: Ti West
Land / Jahr: USA 2009












Die Studentin Samantha Hughes (Jocelin Donahue) ist verdammt knapp bei Kasse. Da trifft es sich doch, dass sie einen Job für eine Nacht als Babysitterin bei einem Ehepaar angeboten bekommt. Vor Ort entpuppt sich die Situation jedoch als wenig erfreulich: Das Baby ist eine erwachsene Frau, die Villa sieht aus wie ein Geisterhaus. Aber Samantha braucht das Geld.
Moderne Horrorfilme sind zum Großteil entweder extrem gewalttätig oder bestehen aus permanenten kurzen Billigschocks. Spannende, düstere Atmosphäre baut eigentlich nur noch Horrormeister James Wan in seinen Genre-Juwelen auf. Seine Filme sind eine Hommage an vergangene Zeiten, in denen Meisterwerke wie "Der Exorzist" oder "Carrie" die Zuschauer schockten.
"House of the Devil"-Regisseur Ti West macht auch einen Film, der an die Hochzeiten des Genres erinnert. Dabei ist der Film aber keine Hommage an einzelne Klassiker, er ist eher eine Huldigung an die 70er-Jahre-Horrorfilme an sich. West hat einen Film kreiert, der problemlos als zeitgenössischer Film aus den 70er Jahren durchgehen könnte.
Dass Besondere daran ist das unfassbar knappe Budget von lächerlichen 900.000 Dollar. In den USA gelten zwei Millionen-Dollar-Produktionen mitunter noch als Low-Budget-Filme, für diese 900.000 Dollar schalten einige US-Regisseure noch nicht einmal die Kamera an. Aber davon merkt man nichts, es sieht einfach authentisch und nicht gekünstelt aus.
Die Atmosphäre in dieser beklemmenden Villa ist wirklich sehr düster, aber die Spannungskurve kann da nicht mithalten. Von den 95 Minuten Spielzeit, gibt es bis auf eine krasse Gewaltszene in den ersten 70 Minuten keinen echten Horrormoment. West legt alles was er hat in die finalen 20 Minuten und gibt da richtig Gas.
"House of the Devil" ist sehenswert, weil er anders und weil er sehr ambitioniert ist. Aber er kann auch einige Längen nicht verbergen: Wer will schon sehen wie eine Frau Pizza isst oder ewig durch ein verlassenes Haus geht. Etwas straffer und "House of the Devil" wäre ein echtes Horrorjuwel. So ist er nur besserer Durchschnitt. Es passiert einfach zu wenig in diesem Horrorhaus.

Fazit: 60 %

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