17. April 2016

Invitation, The

© Pandastorm

Regie: Karyn Kusama
Land / Jahr: USA 2015












Lange hat Will (Logan Marshall-Green) nichts von seiner Exfrau Eden (Tammy Blanchard) gehört, seit dem Tod des gemeinsamen Sohnes war sie verschwunden. Auf einmal gibt es eine schicke Einladung auf Edens Anwesen. Was erst den Eindruck eines gemütlichen Wiedersehens macht, entpuppt sich im Laufe des Abends als Sekten-Rekrutierung.
Als "absoluter Geheimtipp" und "der schockierendste Film des Jahres" wurde dieser kleine Independent-Thriller angepriesen. Regisseurin Karyn Kusama setzt diesmal nicht auf ein dickes Budget wie noch bei ihren Flops "Aeon Flux" oder "Jennifer's Body". "The Invitation" ist ohne jegliche Studio-Unterstützung entstanden.
Man muss zugeben, dass Kusamas-Thriller nicht den Eindruck vermittelt als würde er unter seinem schmalen Budget leiden. Der Crew ist es gut gelungen, den Film schick aussehen zu lassen. Die Optik ist ansprechend, die Darsteller gehören nicht zu den ganz großen Nummern, viele von ihnen haben aber schonmal bei dicken Produktionen wie "Prometheus" oder "Shutter Island" in kleinen Rollen vor der Kamera gestanden.
Die Idee von "The Invitation" ist gelungen: Lange hat man sich nicht gesehen und versucht alte Freunde bei einer Dinner-Party für die Sekte zu gewinnen. Das passiert erst unterschwellig, nimmt dann immer konkretere Formen an. Die Wendungen sind logisch durchdacht und vor allem Wills intelligentes und skeptisches Verhalten ist eine Erfrischung gegenüber der üblichen Naivität der Protagonisten in den meisten Filmen dieser Art.
Aber obwohl das Konzept gefällt, so dauert es schlichtweg zu lang, bis die Stimmung gänzlich umschlägt. Und das langerwartete Finale ist dann zudem noch zu actionlastig. Nachdem Will die ganze Zeit mit Köpfchen hinter das Geheimnis kommen will, ist er nachher viel zu sehr auf seine Feuerkraft angewiesen.
"The Invitation" ist ein ambitionierter Independent-Film mit einem ordentlichen Drehbuch, der leider zu lange braucht, um endlich in Schwung zu kommen. Überzeugend ist vor allem das Schauspiel Logan Marshall-Greens und die Grundidee der Sekten-Rekrutierung. So schockierend wie einige Stimmen anpreisen ist der Film aber bei Weitem nicht.

Fazit: 55 %

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