10. April 2016

Le Mans

© Paramount

Regie: Lee H. Katzin
Land / Jahr: USA 1971












Michael Delaney (Steve McQueen) wird noch von den Erinnerungen des Vorjahres-Rennens verfolgt, bei dem er einen tragischen Unfall verursachte, da steht schon die 1970er Auflage von Le Mans an. Er ist die große Hoffnung für sein Team und soll Porsche auf den ersten Platz fahren.
Das weltberühmte Rennen im französischen Le Mans dauert ja bekanntlich 24 Stunden, da dachte sich Regisseur Lee H. Katzin, dass das reicht, um einen ganzen Spielfilm zu füllen. Der Film beginnt mit tausenden Fans, die zur Rennstrecke anreisen und endet mit der Siegerehrung. 100 Prozent Racing-Feeling. Was da ziemlich kurz kommt, das ist die Handlung.
Obwohl die Bilder imposant sind mit den Zuschauerrängen, auf denen die Fans das Geschehen feiern, und einigen tollen Einstellungen auf das Rennen, so übertreibt es Katzin erfreulicherweise nicht damit, zu hollywoodeske Wendungen zu inszenieren. Am Ende gibt es zwar noch einmal so eine Szene, die vielleicht nicht hätte sein müssen. Das war es aber auch schon mit der künstlichen Dramatik.
Neben dem Rennen gibt es kein Leben für viele der Fahrer und genauso scheint es auch der Filmemacher Katzin zu sehen. Es gibt noch eine kurze Romanze, der Rest ist aber Autorennen pur. Für echte Fans mag das toll sein, für Zuschauer, die einfach nur einen guten Film sehen wollen, wird das allerdings viel zu wenig sein.
Zurückblickend bietet der Film aber auch einzigartige Momente, die zeigen, wieviel echte Lebensgefahr Ende der 60er, Anfang der 70er noch in solchen Autorennen steckte. Die Scheibenwischer wirken wie selbstgemacht, Boxenstopps mussten gut überlegt sein (schließlich konnten sie mehrere Minuten dauern) und die technische Ausstattung war damals vielleicht das Allerfeinste, wirkt heute aber wie eine Reise in die Steinzeit.
"Le Mans" ist eher etwas für Rennsport-Puristen und Sporthistoriker als für Zuschauer, die auf eine echte Geschichte hoffen. Da ernsthafte Autorenn-Filme aber echte Raritäten sind, führt für echte PS-Freaks wohl nichts an diesem vor allem geschichtlich interessanten Werk vorbei. Das Drehbuch zu "Le Mans" kann aber kaum mehr als zehn Seiten umfassen.

Fazit: 55 %

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