3. April 2016

Point Break

© Concorde

Regie: Ericson Core
Land / Jahr: USA, Deutschland, China 2015












Der junge FBI-Agent Utah (Luke Bracey) entdeckt ein interessantes Schema hinter einer Reihe von waghalsigen Raubüberfällen: Die Täter sind Extrem-Sportler, die die "Ozaki 8" absolvieren wollen - acht lebensgefährliche Aufgaben, die nur von kompletten Extrem-Sportlern bestanden werden können. Utah will sich der Gruppe anschließen, um sie zu überführen.
Die Speed-Porn-Reihe "The Fast & The Furious" ist derart erfolgreich an den internationalen Kinokassen, dass es den Produzenten von "Point Break" wie eine großartige Idee anmutete, extrem gefährliche Sportarten in einem Film unterzubringen. Also einmal alles abzuliefern, was beispielsweise mit Surfen, Skydiving oder Klettern zu tun hat. Die Extremsport-Variante der "Furious"-Reihe.
Die erste halbe Stunde ist dabei gar nicht so übel. Utah will sich beim FBI beweisen, erkennt ein Muster und glaubt den Fall mittels seiner eigenen Fähigkeiten lösen zu können. Zudem ist das Konzept der "Ozaki 8" interessant - wenn auch nur für den Film frei erfunden. Doch sobald Utah ein Teil der Poly-Athleten wird, beginnt der freie Fall für "Point Break". Am Ende zerschmettert der Action-Film dann auf dem Boden.
1991 waren Patrick Swayze und Keanu Reeves absolute Stars und in der Original-Verfilmung von Kathryn Bigelow und lieferten sich ein spannendes Duell. Davon bleibt bei Luke Bracey versus Edgar Ramirez als Gangsterboss Bodhi fast nichts mehr übrig. Immerhin spielt der eine nicht den anderen an die Wand - dafür sind beide Performances der Hollywood-Nobodys zu schwach.
Von einer cleveren und spannenden Handlung wie bei Bigelow ist auch nichts mehr übrig geblieben. Ericson Core orientiert sich an den typischen Speed-Porn-Filmen, in denen es nur um möglichst atemberaubende, aber inhaltslose Actionsequenzen geht. Immerhin sind die Dialoge nicht ganz so sinnlos testosterongeladen wie in den Vorbildern.
Von einem interessanten Fall bleibt aber kaum etwas übrig. Utah hat im Laufe des Filmes immer und immer wieder die Chance, dem ganzen Spuk ein Ende zu setzen. Dann lässt er Bodhi aber immer wieder laufen. Er müsste ihn noch nicht einmal erschießen. Eine Kugel ins Bein würde mehrere Menschenleben retten. Aber dann wäre es auch mit der Proletenaction schnell vorbei. Und das ist das Letzte, was das hirnlose Event-Kino will.
Cineasten werden wenig mit "Point Break" anfangen können, denn ohne die mitunter furiosen Actionszenen bleibt ein ganz ausgemergelter Thriller über. Die Handlung ist einfach viel zu dünn, die beiden Gegenspieler liefern sich ein schwaches Duell. Wer auf imposante Extremsport-Stunts steht, wird allerdings auch nicht glücklich werden. Denn hier werden natürlich gefakte Film-Stunts geboten und keine "echte" Action. Wer den richtigen Nervenkitzel braucht, der sollte sich lieber YouTube-Videos ansehen. Ein Remake des 90er-Originals ist dieser "Point Break" auch nicht, sondern ein dreister Versuch mit dem Ruhm des Klassikers noch ein bisschen extra Geld zu generieren.

Fazit: 35 %

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