7. Mai 2016

Bauernopfer - Spiel der Könige

© Studio Canal

Regie: Edward Zwick
Land / Jahr: Kanada/USA 2014












In den 70er Jahren ist Schach das Metier Russen, darin sind sie unschlagbar. Während des Kalten Krieges gibt es aber ein Wunderkind, dass die USA an die Weltspitze des Schach-Spiels führen könnte: Der Autodidakt Bobby Fischer (Tobey Maguire) kann es mit jedem Gegner aufnehmen. Doch die US-Schachhoffnung droht immer mehr dem Wahnsinn zu verfallen.
Der Exzentriker Bobby Fischer gilt unter Schachexperten noch heute als der beste Spieler aller Zeiten. Das ist allerdings auch das Einzige was Fischer hingekriegt hat, kommt er in "Bauernopfer - Spiel der Könige" nicht besonders gut weg. Fischer ist ein nervliches Wrack, leidet unter krankhaftem Verfolgungswahn und kann es nicht ausstehen wenn etwas nicht genau nach seinen Vorstellungen läuft. Das spielt Tobey Maguire sehr ordentlich, aber da wäre noch jede Menge Luft nach oben gewesen.
Ihm gegenüber steht der Russe Boris Spassky, der eigentlich der Antagonist des Filmes ist, aber deutlich besser wegkommt als Fischer. Spassky wird als fairer Spieler dargestellt, der seinem Kontrahenten bei dessen absurden Forderungen entgegenkommt. Ein Mann großer Gesten, der definitiv mehr Sympathien gewinnen kann als der Ami. Leider hat Regisseur Edward Zwick aber einen großen, typisch amerikanischen Fehler gemacht: Er besetzt Spassky mit Liev Schreiber, der zwar gut spielt, aber schlicht und ergreifend kein Russe ist. Das ist einfach anderen Kulturen gegenüber herablassend, hätte es doch genügend russische Schauspieler gegeben, die die Rolle ebenso gut hingekriegt hätten.
Kalter Krieg, Schach oder Fischers Krankheit: Das wird alles nur oberflächlich erklärt. Vieles muss der Zuschauer einfach als gegeben hinnehmen. Zugegebenermaßen sind dies aber drei unglaublich komplexe und vor allem sehr unterschiedliche Themengebiete, die ein fantastisches Drehbuch benötigen würden, um in 115 Minuten gepresst zu werden. Und das hat Zwick hier nicht als Grundlage bekommen.
Für so einen Randgruppenfilm ein Budget von 19 Millionen Dollar zur Verfügung zu haben, das ist nur in Hollywood möglich. Damit gelingt es Edward Zwick den Zuschauer in die Zeit des Kalten Krieges mitzunehmen und diese einzigartige Geschichte zu erzählen. Einen großartigen Film hätte Edward Zwick aus "Bauernopfer - Spiel der Könige" mit diesem Drehbuch aber gar nicht machen können. Dennoch ist das Ergebnis durchaus eine interessante Reise in die Zeit des Kalten Krieges.

Fazit: 70 %

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