17. Mai 2016

Don’t Torture a Duckling

© 84 Entertainment

Regie: Lucio Fulci
Land / Jahr: Italien 1972












In einem kleinen italienischen Dörfchen werden immer wieder tote Kinder aufgefunden. Schnell gibt es Verdächtige: der zurückgebliebene Dorfspanner könnte es gewesen sein, eine Frau wird fast als Hexe gelyncht. Doch die Polizei ist sich sicher, dass der Mörder immer noch auf freiem Fuß ist und weitere Kinder in Gefahr sind.
Der italienische Regisseur Lucio Fulci ist für Horrorfans eine absolute Koryphäe, gibt es doch keinen anderen Filmemacher, der es mit so vielen Filmen auf die Liste in Deutschland beschlagnahmter Filme gebracht hat. Doch bevor Serienmörder und Zombies sein Schaffen beherrschten, machte sich Fulci vor allem mit Western und ein paar Giallos einen Namen. Sein Faible dafür, jede Menge Blut auf der Leinwand zu verteilen, blitzt aber auch schon in seinen früheren Werken immer mal wieder durch.
Sein Giallo "Don’t Torture a Duckling" nimmt den Zuschauer mit in die italienische Provinz und lässt dort immer wieder Kinder verschwinden, die dann von der Polizei ausgebuddelt oder von Bäuerinnen tot im Brunnen aufgefunden werden. Dabei geht es nicht nur um die Suche nach dem Killer, sondern auch um die aufgebrachten Dorfbewohner, die den Täter tot sehen wollen.
Das Töten der Kinder wird - Gott sei dank - niemals gezeigt, immer nur das Resultat dessen. Bei der Lynchszene der mutmaßlichen Hexe hingegen lässt Fulci mal wieder richtig zulangen. Und auch der abstürzende Pfarrer kollidiert bei seinem Flug mehrmals mit dem Kopf in der Bergwand - in Nahaufnahme und Zeitlupe versteht sich.
Trotz ein paar wirklich sehr derber Gewaltszenen geht es dem Maestro des Splatterfilmes nicht darum, nur zu schockieren. Er erzählt eine sehr düstere Geschichte von einem kleinen Dörfchen in Ausnahmezustand. Dabei gibt es Woodoo-Puppen, nackte US-Divas, Spanner und kleine Jungs, die nur Schabernack im Kopf haben. Viel Abwechslung also, die aber vor allem in der zweiten Hälfte des Filmes nicht über ein paar Längen hinwegtrösten kann.
"Don’t Torture a Duckling" ist ein sehr ordentlicher Giallo, der aber manchmal grenzdebile Wendungen benötigt, um die Geschichte in die gewünschte Richtung weiterzuentwickeln. Eine Viertelstunde weniger Filmmaterial hätten dem Film ebenfalls gut getan. Für einen Nicht-Horror-Fulci ist das Werk aber durchaus gelungen.

Fazit: 60 %

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